Es ist eine Verlängerung, die man gerne in Kauf nimmt: Im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Basel 2020 (IBA) entsteht der «Rheinuferrundweg extended». Die Verlängerung besteht unter anderem darin, dass der Rheinfelder Rheinuferrundweg bis nach Kaiseraugst/Grenzach-Wyhlen auf der einen und Stein/Bad Säckingen auf der anderen Seite verlängert wird. Ziel ist die «Verbesserung der Aufenthaltsqualität und Erlebbarkeit des Rheinufers als durchlässiger Natur-, Freiraum- und Erholungsachse in der Region», wie der Rheinfelder Stadtrat das Projekt bei der Präsentation umschrieb.

Dazu werden verschiedene Teilprojekte umgesetzt, vier davon auf Rheinfelder Boden. Das (ge)wichtigste Projekt allerdings ist derzeit in der Schwebe: der neue Rheinsteg. Da der Steg die Stadt statt 1,5 rund 4,9 Millionen Franken kostet, muss die Gemeindeversammlung am 19. Juni über einen Zusatzkredit von rund 3,4 Millionen Franken entscheiden. Ob sie dazu Ja sagt, ist schwierig abzuschätzen. In einer ersten Reaktion nach Bekanntwerden des Verhandlungsergebnisses mit den Anbietern – und damit der genauen Höhe der Mehrkosten – zeigten sich Politiker und Parteivertreter eher skeptisch.

Der Rundwanderweg Chleigrütgraben mit Legende

Der Rundwanderweg Chleigrütgraben mit Legende

Auftrieb hat den Promotoren gegeben, dass die Schwesterstadt auf badischer Seite deutlich ja zur Zusatzausgabe gesagt hat. Hier lagen die Mehrkosten allerdings auch nur bei knapp 700 000 Franken. Dies deshalb, weil die deutschen Behörden die Subventionstöpfe nochmals stärker anzapfen konnten; auf Schweizer Seite sind sie hingegen bereits ab- respektive ausgeschöpft.

Dagegen nehmen sich die 490 000 Franken für die drei anderen Projekte, die im Bann von Rheinfelden liegen und zum «Rheinuferrundweg extended» gehören, fast schon bescheiden aus. Für eines dieser drei Projekte, einen Rundwanderweg mit Aussichtspunkt beim neuen Kraftwerk, liegt derzeit das Baugesuch auf.

«Spektakuläres Panorama»

In diesem Gebiet besteht bereits ein Wanderweg. Dieser soll nun mit einer Schlaufe erweitert werden. Dazu muss im Wald auf einer Länge von 75 Metern ein Fusswegabschnitt neu angelegt werden und ein bestehender, 180 Meter langer Maschinenweg ausgebaut werden. Der Weg führt auch am Chleigrüt vorbei. Einen «Hotspot», wie es im Bericht zum Baugesuch heisst, bildet der Aussichtspunkt über dem neuen Flusskraftwerk. Hier soll eine Infotafel über das Kraftwerk informieren und ein Rastplatz mit Feuerschale und Picknicktischen erstellt werden.

In der Botschaft an die Stimmberechtigten, die dem Projekt im Juni 2017 zugestimmt haben, schwärmt der Stadtrat: «Spaziergänger, Wanderer und Erholungssuchende bekommen die Möglichkeit, auf einem kurzweiligen Weg den Aussichtspunkt zu erreichen, wo sich ein spektakuläres Panorama auf den Rhein, das Gwild und das neue Flusskraftwerk eröffnet.»

Der Rundwanderweg, der 60 000 Franken kostet, ist rund zwei Kilometer lang. Er liegt rund zwei Kilometer vom Stadtzentrum von Rheinfelden entfernt und befindet sich damit «in Fusswegdistanz für mehrere tausend Einwohner», hält der Bericht zum Baugesuch fest. Das öffentliche Interesse «ist somit gross».