Für den renommierten und weithin bekannten Fricktaler Landschaftsmaler Viktor Hottinger war es eine plötzlich aufschäumende Idee, sich mal mit der legendären Stadt Venedig zu beschäftigen. Ein Zufall, denn mit seiner Frau Käti verbrachte er im Herbst 2014 zwei (Kur-)Ferienwochen in der Lagunenstadt. Und wie es Zufälle oftmals mit sich bringen, durfte das Paar im Haus einer Glaskünstlerin logieren und vor allem von der Altana, einer Art Dachgarten, aus die Landschaften rund um Venedig geniessen.

Solche Eindrücke verinnerlichte der Künstler, sie liessen ihn schlussendlich nicht mehr los: Das Thema für die nächste Ausstellung war geboren. Hottinger bekennt: «Als Landschaftsmaler habe ich urbane Situationen bis jetzt zugeklammert.» Allerdings sind von ihm schon in der Vergangenheit kunstvolle Werke von Florenz, der Toskana oder der Jazz-Metropole New Orleans (USA) entstanden.

Die Altana ist schuld

Dass nun im Salmegg-Stadtmuseum eine Venedig-Schau von Viktor Hottinger zu betrachten ist, verdeutlicht nicht nur die Schaffenskraft eines älteren Künstlers, sondern auch das Spontane bei der Umsetzung von Ideen. Nach den ersten Kontakten kehrte er plötzlich wieder zurück nach Venedig, liess sich vom Flair gefangen nehmen, arbeitete insgesamt sechs Wochen mit Stift und Pinsel in Sichtweite von Markusplatz, Jesuitenkirche und Basilica. Also ein Fricktaler in Venedig. Und mit Blick auf seine Frau Käti, die ihn während der Schaffensphasen kurzzeitig besuchte, bekennt Hottinger in seiner Vernissage-Rede: «Die Altana ist schuld.»

Entstanden und zu bewundern sind Impressionen aus der lebhaften, weltberühmten Lagunenstadt, Hinterhofszenen ebenso wie Brücken-Bauwerke oder auch das ganz alltägliche «Abfall-Schiff». Das feine Gespür Hottingers für das uns Menschen umgebende Alltägliche dringt auch in dieser Ausstellung hervor. Dass Blau- und Gelbtöne in seinen Bildern überwiegen, mit teilweise noch schüchternem Grün, darf als Markenzeichen des Fricktaler Landschaftsmalers gesehen werden. Und er experimentierte: Skizzen auf Zeitungspapier mussten im heimischen Atelier an der Rheinfelder Marktgasse «verfestigt» werden, also mal grundieren und auf Leinwand aufziehen.

Das Beiprogramm zur Ausstellung ist hörenswert: Am Sonntag, 24. April, liest Pedro Lenz von 11 Uhr an aus seinem neuen Buch «Der Gondoliere der Berge», begleitet von der Musikformation «Gopfredstutz». Eine Matinee ist für den 1. Mai angesagt und zwar von 11 Uhr an mit der «Venezia Combo Svizzera», die schon seit zwanzig Jahren am Karneval von Venedig auftritt. Das Ensemble «Mo Vene» gastiert am 22. Mai.

Und Finissage ist dann am 29. Mai: «Das Programm kenne ich noch nicht, lasst euch überraschen», tönte der Spontankünstler Viktor Hottinger.