Verkehrsfragen bewegen. Dies wurde am Montagabend in Kaisten deutlich. Über 100 Einwohnerinnen und Einwohner liessen sich von Verkehrsplaner Beni Stadler vom Büro Ballmer und Partner über mögliche Massnahmen zur Verkehrsberuhigung im Dorf.

Eine sechsköpfige Planungskommission hatte sich zusammen mit zwei Verkehrsplanern Gedanken gemacht und Vorschläge ausgearbeitet. «Es zeigte sich, dass es vier Zonen mit Problemen gibt», so Beni Stadler, «die Weidstrasse, der Bereich Schule, das Zentrum und die Oberkaistenstrasse.»

Messungen haben ein hohes Verkehrsaufkommen an der Weidstrasse (durchschnittlich 1070 Motorfahrzeuge pro Tag) und an der Lindengasse (durchschnittlich 1729 Motorfahrzeuge pro Tag) ergeben. Zudem wurde deutlich, dass 15 Prozent der Automobilisten die Höchstgeschwindigkeiten in allen Problembereichen deutlich überschreiten.

Mehr Sicherheit und Wohnqualität

«Mit unseren Vorschlägen wollen wir die Wohnqualität für die Anwohner steigern und die Sicherheit erhöhen», so Beni Stadler. Für die Weidstrasse schlägt die Planungskommission ein Fahrverbot für den motorisierten Verkehr vor. «Ausgenommen der Zubringer und dem Postauto», führte Stadler aus. Diese Massnahme sei rasch und kostengünstig umzusetzen so der Verkehrsplaner weiter.

Aus dem Saal kamen nicht nur zustimmende Voten. Mehrere Einwohner monierten, durch das Fahrverbot in der Weidstrasse würde die Unterhaldenstrasse noch mehr frequentiert – «und dort wird heute schon gerast.» Andere mutmassten, das Fahrverbot werde wohl sowieso nicht eingehalten und fragten, wie es kontrolliert werden solle. Frau Gemeindeammann Franziska Winter antwortete, dass die Regionalpolizei Kontrollen durchführen müsste. «Klar ist, dass die Kontrollen gerade in der Anfangsphase streng sein müssen», so Winter.

Begegnungszone und Einbahn

Andere Votanten schlugen für die Weidstrasse eine Tempo-30-Zone anstelle des Fahrverbotes vor. Eine Massnahme, die aber wegen der Postautos nicht umsetzbar ist, wie Vizeammann Stefan Moser nach der Versammlung erklärte. «Der Fahrplan ist so dicht, dass er mit Tempo 30 auf der Weidstrasse nicht mehr eingehalten werden könnte.»

Der Gemeinderat möchte das Fahrverbot möglichst schnell einführen, wie Franziska Winter und Stefan Moser ausführten. Die Massnahme wird demnächst öffentlich ausgeschrieben, dann besteht während 30 Tagen ein Einspracherecht. «Wenn das Fahrverbot umgesetzt ist, werden wir die Auswirkungen überprüfen und allfällige weitere Massnahmen prüfen», so Franziska Winter.

Noch etwas länger dauern wird es, bis die Massnahmen im Bereich Schule und Mitteldorf umgesetzt werden. Als Idee schwebt Beni Stadler an beiden Orten eine Begegnungszone – Tempo 20 und Vortritt für Fussgänger – vor. Im Bereich Mitteldorf seien zudem eine Verlegung der Bushaltestellen und ein Einbahnsystem angedacht. Die Vorschläge könnten im Rahmen der Schulraumplanung beziehungsweise des Projekts Mitteldorf umgesetzt werden, so Beni Stadler.

Strassenausbau gefordert

Neben den kommunalen Massnahmen blicke man auch über die Gemeindegrenzen hinaus, erklärte Franziska Winter, so sei Kaisten beispielsweise auch in die Mobilitätsplanung Sisslerfeld involviert. Und man ist in Kontakt mit dem Kanton, um beim Dorfeingang an der Unterdorfstrasse ein sogenanntes «Eingangstor» zu errichten. Damit ist eine Verschwenkung der Fahrbahn gemeint, die die Automobilisten zum Abbremsen zwingt.

In der anschliessenden Diskussion forderten mehrere Votanten mit Blick auf das steigende Verkehrsaufkommen und die rege Bautätigkeit in der Region, Strassen auszubauen. Eine Idee betraf die Landwirtschaftsstrasse entlang der Bahnlinie, eine andere die geplante «Schotterpiste» von der Kiesgrube zur Unterdorfstrasse. «Diese Verbindung muss für die Öffentlichkeit und nicht nur für die Kiestransporte gebaut werden», verlangte ein Einwohner.

Weiter forderten mehrere Votanten, Kaisten müsse veranlassen, dass in Laufenburg die Wegweiser nach Frick so gestellt werden, dass der Verkehr durch den Hardwald rollt. Franziska Winter und Beni Stadler nahmen die Vorschläge entgegen, gingen aber nicht näher darauf ein.