Ein Marktfahrer schabt mit einem Hobel am Vormittag dünne Flocken von seinen Käselaiben und legt diese als Probierhäppchen auf seinem Stand aus. Dann tritt er vor und ruft: «Feiner Käse zum Probieren.»

Doch das Werben ist vergeblich. Die meisten Marktbesucher laufen vorbei: «Die Menschen sind distanziert geworden. Früher konnte man über ein Schwätzchen auch mal den einen oder anderen Franken umsetzen. Das funktioniert heute nicht mehr», sagt der er.

Sein Umsatz fällt bis zum Mittag bescheiden aus, obwohl sich die Sonne den rund 170 Standbetreibern in bester Marktlaune zeigt.

Umsatzschwacher Markt in Frick

Direkt nebenan sitzt Martin Schmid auf einem Hocker hinter seinem Gewürzstand an dem er von Ajowan bis Zimt rund 350 Produkte verkauft.

«Viele Marktbesucher mögen es nicht, wenn sie aktiv angesprochen werden, sondern wollen lieber erst einmal in Ruhe die angebotenen Produkte begutachten», erklärt er und richtet dabei seinen Blick auf den Käsehändler von nebenan.

Seit 28 Jahren ist der Verkäufer von der Gewürzhändlerei zum Scharfen Sultan aus Schaffhausen schon auf dem Fricker Markt vertreten und sagt: «Die Anzahl an Marktbesuchern hat in den letzen Jahren deutlich abgenommen.»

Für ihn ist der Fricker Markt einer der umsatzschwächsten. Zum Vergleich führt er den Markt von Walenstadt SG an, der in etwa gleich gross wie der in Frick ist: «Dort mache ich den dreifachen Umsatz. Es kommen mehr Besucher, die für höhere Beträge Gewürze kaufen als in Frick.»

Damit äussert Schmid eine ähnliche Kritik wie Confiseur Markus Kunz hinsichtlich des schlecht frequentierten und umsatzschwachen Mai-Marktes in Frick (die az berichtete).

Doch welche Produkte verkaufen sich denn überhaupt am besten auf dem Fricker Markt? Schaut man sich die Entwicklung des angebotenen Sortiments der letzen Jahre an, dann ist dies vor allem die Kulinarik aus der internationalen Küche.

Hierzu gehören auch die Piadine, die am Stand von Michael Widmer angeboten werden. Bei der italienischen Spezialität handelt es sich um ein dünnes Fladenbrot, dass mit Käse, Gemüse und Wurst belegt wird. Knapp 100 Stück verkauft er an einem Tag.

«Der Vorteil meines Produktes ist seine Exklusivität», sagt Widmer, der zum vierten Mal am Fricker Markt teilnimmt und seinen Umsatz ständig gesteigert hat. Aber auch traditionelle Marktleckereien wie Magenbrot, gebrannte Mandeln oder Soft-Ice sind bei den Marktbesuchern begehrt, wie eine Umfrage (siehe nachfolgende Bildergalerie) zeigt.

Detailhandel hat es schwer

Hingegen macht es der Online-Handel den Detailwaren-Verkäufer am Fricker Markt schwer: «Viele, die den Markt besuchen, sind durch die Vergleichsplattformen im Internet preissensitiver geworden. Zudem findet man in den Warenhäusern und Fachgeschäften die meisten Produkte, die auf dem Markt angeboten werden», sagt Fabian Friedli von der Marktkommission.

Ein Detailhändler, der schon 35 Jahre als Marktfahrer Regenschirme in Frick verkauft, ist Sepp Koller. «Ich verkaufe rund ein Drittel weniger Regenschirme als früher», sagt er. Zum einen liegt dies daran, dass der Fricker Markt grösser geworden ist und sich dadurch die Besucher mehr auf die einzelnen Stände verteilen.

Zum anderen werden Regenschirme auch im Internet oder im Coop und Migros angeboten. «Ohne meine Stammkunden, die rund 80 Prozent von meinem Umsatz ausmachen, wäre der Standbetrieb nicht rentabel», sagt Koller.