Es ist die erste öffentliche Ausstellung des 32-jährigen Hobbykünstlers Norman Sachse im Gemeindehaus Wallbach. Die mehr als 50 Bilder hängen zwar schon seit November des vergangenen Jahres dort auf drei Etagen, doch am Wochenende war er nun persönlich anwesend und gab gerne Auskunft zu seiner teils abstrakten, vor allem jedoch in Pop Art gestalteten Malerei.

Harmonie, Zuneigung, Liebe, Vertrauen und Leidenschaft sind seine grossen Themen. Auf Zeichenkarton und Leinwand, in Öl, mit ineinander verlaufender, farbiger Tinte oder in Acryl zeigt er beeindruckende Porträts und Aktzeichnungen von Frauen und Paaren, in tiefer Zuneigung verbunden. Die Gesichter und Figuren sind ohne Schattierungen piktogrammartig, der Hintergrund abstrakt, wild und bunt. Es ist so wenig wie möglich angedeutet, immer jedoch erkennbar, aufgetragen mit Pinsel, Schwämmen oder Spachtel.

Früher in der Graffiti-Szene

Faszinierend die Kombinationen von Gesamtheit und winzigen Ausschnitten des Ganzen in einem Bild, fantasievoll die schemenhaft angedeuteten Körper. Innig, leidenschaftlich ohne Details, oft mit versteckten Botschaften. Wundervoll die schwungvollen Linien seiner Aktbilder, berührend der Schutzengel, den, wie der Künstler meinte, jeder an seiner Seite haben sollte. Ebenso beeindruckend die stets aufeinander, harmonisch abgestimmte Farbgebung.

Eine lachende und weinende Maske zeigt das Leben in all seinen Facetten, farbenprächtig die «Ordnung im Chaos», verzaubernd die gemalte Musik, die man beim Betrachten in ihrer Schönheit zu hören meint. Immer wieder die Sehnsucht des innigen Miteinanders in der Partnerschaft. Stimmig zum Ausdruck gebracht mit wenigen Pinselstrichen und kraftvoller Farbgebung. Die ausgestellten Bilder sind in den letzten drei Jahren entstanden und auch weiterhin im Gemeindehaus zu sehen.

Der gelernte Grafik-Design-Assistent Norman Sachse begeisterte sich schon in früher Kindheit altersgerecht für das Malen. «Wohl geerbt von der Mutter», wie er lachend sagte. Später gestaltete er Schülerzeitschriften mit Comics, war in der Graffiti-Szene aktiv. Mehr und mehr jedoch sprach ihn die Pop-Art-Kunst an wegen der fast grenzenlosen Möglichkeiten ohne fixe Regeln. Pop Art ist eine Kunstrichtung, die Mitte der 50er-Jahre in England und den USA entstand und zu einer bekannten, künstlerischen Ausdrucksform wurde.

Nie eine Kunsthochschule besucht

Sachse ist Autodidakt, eine Kunsthochschule besuchte er bisher nicht. «Mit Familie und kleinen Kindern ist da der finanzielle Spielraum eng. Schön wäre es aber, wenn aus meinem derzeitigen Hobby mehr und mehr eine hauptberufliche Tätigkeit würde», meint Sachse. Nach seiner Umsiedlung aus Brandenburg in die Schweiz vor sechs Jahren arbeitet er Vollzeit in der Pharmabranche.

Die Ausstellung im Gemeindehaus ist zu sehen: Montag bis Freitag von 9.30 bis 11.30 Uhr sowie von 14 bis 16 Uhr, am Mittwochnachmittag bis 18 Uhr.