Rund 30 Wähler nutzten am Sonntag die Chance, Regina Erhard und Patrick Bernhart kennen zu lernen. Die Mitglieder des Vereins «Kulturwerkstadt» hätten sich am Sonntagmorgen ohnehin zum Frühschoppen-Stammtisch getroffen.

So wurde der Anlass kurzfristig in ein öffentliches Aufeinandertreffen der beiden Gemeinderatskandidaten umgemünzt. Beide wollen Stadtrat Thomas Argast beerben, der zum Ende des Jahres demissioniert.

Irritationen vor der Wahl

Eine Zeit lang hatte es so ausgesehen, dass Erhard (CVP) alleinige Kandidatin ist. Doch dann schickte die örtliche FDP kurz vor Schluss noch Bernhart ins Rennen. Das sorgte bei der CVP für Irritationen, war sie doch davon ausgegangen, die Laufenburger FDP stehe auch hinter Erhard.

Nun ging die öffentliche Kandidatenvorstellung weder auf CVP- noch auf FDP-Initiative zurück. Vertreter beider Laufenburger Ortsparteien, beispielsweise Stadtammann Herbert Weiss oder André Maier, sassen zwar im Publikum. Doch weder CVP-Präsident Christof Winter noch René Leuenberger vom FDP-Vorstand waren der Einladung gefolgt.

Organisator des Anlasses war vielmehr Wendelin Stäuble, Präsident der SVP-Ortspartei, wie «Kulturwerkstadt»-Präsident Reto Weiss bei der Begrüssung betonte. Die Moderation übernahm Gewerbler René Weiss.

Kandidatur aus Liebe

Regina Erhard durfte sich als Erste vorstellen. «Ich bin Laufenburger Ortsbürgerin, hier geboren und aufgewachsen und ich habe auch immer in Laufenburg gewohnt», sagte sie eingangs.

Auch beruflich ist sie fest in der Stadt verankert, seit 1985 schon bei der Binkert Buag AG tätig. Die 53-jährige Mutter zweier erwachsener Töchter präsentierte sich zudem als Vereins- und Kulturmensch und nannte als Motivation für ihre Kandidatur die «Liebe zu Laufenburg».

«Ich bin kein Laufenburger», bekannte Bernhart. Der aus Graubünden stammende 44-Jährige wohnt seit Februar 2015 in der Stadt. «Es hat seinen Charme», sagte Bernhart über Laufenburg. Dass er das Städtchen als Wohnort auserkoren hat, liegt aber daran, dass es so ziemlich in der Mitte liegt zwischen dem Paul-Scherrer-Institut in Villigen, wo er arbeitet, und Basel, wo seine Frau tätig ist.

Bernhart erwähnte, in Graubünden eine Lehre auf der Gemeinde absolviert zu haben, und strich seine Erfahrung im Bereich Marketing sowie seine Ausbildung zum Betriebsökonomen heraus.

Mit diesem Hintergrund sieht er sich gut gerüstet, im Gemeinderat das Ressort Finanzen zu übernehmen, das mit Thomas Argasts Ausscheiden wohl frei wird. Auch Regina Erhard stellte sich als Zahlenmensch vor: «In meinem Beruf habe ich tagtäglich mit Finanzen zu tun.» Sie nannte Kenntnisse in Buchhaltung, Controlling, Kalkulation, Projekt- und Qualitätsmanagement.

Kandidaten aus der Stadt

Auch zeitlich sehen sich beide Kandidaten in der Lage, das Gemeinderats-Amt zusätzlich zum Job auszuüben. Und während der eine seine Kinderlosigkeit hier als Pluspunkt präsentierte, empfahl sich die Kandidatin als Mutter, für die eine 55-Stunden-Woche ohnehin nichts Ungewöhnliches sei.

Nun fand die Kandidatenvorstellung in Sulz statt, in dem Ortsteil, aus dem schon das Gros der Laufenburger Gemeinderäte kommt und wo man es nun auch gerne sähe, wenn mal wieder jemand aus der Kernstadt stamme. Das verheisst gute Chancen für beide.

Aber eine Frau im Gremium, René Weiss sprach es in seiner Moderation an, wäre auch schön – Vorteil für die CVP-Bewerberin. Doch alle waren sich einig: Es ist gut, dass die Laufenburger am 27. November mit zwei Kandidaten eine echte Wahl haben.