Die Lehrlinge Janis Goël (3. Lehrjahr), Josua Zeiser (3. Lehrjahr), Manuel Weber (3. Lehrjahr), Fabian Hug (2. Lehrjahr), Lukas Freudemann (2. Lehrjahr) und Manuel Uehlinger (1. Lehrjahr) machen derzeit bei der Erne AG Bauunternehmung eine ganz neue Erfahrung. Sie übernehmen bei der Planung und Umsetzung selbst Verantwortung und machen vieles in Eigenregie. In Etzgen bauen sie für einen Privatkunden ein Einfamilienhaus.

Von der Erfahrung profitieren

Das Lehrlingsprojekt wird von einem erfahrenen Polier begleitet. «Anfangs brauchte es viel Unterstützung und Motivation. Denn es gibt natürlich nicht nur lässige und spannende Arbeiten zu erledigen», blickt Polier Stefan Schmid zurück. Die Lehrlinge müssten sich auch um Aufgaben kümmern, die sonst Zulieferer erledigen, wie etwa Kanalisation verlegen, pickeln und schaufeln und Eisen legen.

«Mittlerweile sind sie super eingespielt und haben Gefallen daran gefunden, selbst das Zepter in der Hand zu halten», so Schmid weiter. Es zeigten sich ganz unterschiedliche Talente und Fähigkeiten, wenn man jedem Einzelnen entsprechend Freiraum lässt. Schmid weiss auch, «dass die Jungs gerne mal ‹Seich› machen, wenn keiner hinschaut». «Das ist halt so in dem Alter», so Schmid, «das tun sie aber noch viel mehr, wenn sie nicht selbst verantwortlich sind. Ich bin überzeugt, dass alle sechs immens von dieser Erfahrung profitieren.»

Schliesslich sei der Bauberuf heutzutage planungslastiger als früher. Wer später einmal aufsteigen wolle, müsse sich mit der Materialplanung auskennen und sich nebst Schalen und Mauern auch mit allen anderen Bereichen des Baus befassen, um die verschiedenen Teams und Arbeiten koordinieren zu können.

«Mitdenken und mitentscheiden»

Bei einem Besuch bei schönstem Spätsommerwetter zeigt sich, dass dem Team die Temperaturen kaum etwas ausmachen. Die Lehrlinge finden es lässig, draussen zu arbeiten, und geniessen das sonnige Wetter.

Und natürlich sind sie mächtig stolz auf ihren Bau: «Manchmal ist es auch hart und anstrengend, aber es macht Spass, all die verschiedenen Aspekte eines Baus selbst mitzuerleben, überall dabei zu sein und mitdenken und mitentscheiden zu können», erzählt Manuel Weber. Insgesamt besteht das Team aus sechs Lernenden, die sich gegenseitig abwechseln. Nebenher drücken alle noch die Schulbank.

Bauherr Aliu Agim ist regelmässig vor Ort und begutachtet die Baufortschritte. «Ich bin hoch zufrieden mit der Organisation und Betreuung und würde mich jederzeit wieder für ein Lehrlingsprojekt zur Verfügung stellen», so Agim, «ich kann jedenfalls absolut ruhig schlafen.» Das Team sei auch gut im Zeitplan. Mitte Oktober sollte der Rohbau planmässig abgeschlossen werden können. (AZ)