Drei Einzelrennen standen beim Weltcupfinale der Orientierungsläufer rund um Prag auf dem Programm. In allen drei Rennen ging der Möhliner Matthias Kyburz an den Start – und erreichte die Ränge drei (Sprint) und neun (Mitteldistanz). Im K. o.-Sprint schied er im Halbfinale aus. Dennoch ist das Wochenende die Krönung einer weiteren erfolgreichen Saison, denn die Resultate reichten dem 28-Jährigen zum Sieg im Gesamtweltcup. Es ist der dritte Titel in Serie, der fünfte insgesamt. «Die Rennen in Tschechien liefen nicht ganz optimal», räumt Kyburz ein. «Doch ich habe das grosse Ziel erreicht und den Gesamtweltcup erneut gewonnen.» Deshalb seien die einzelnen Renn-Resultate für einmal auch eher sekundär.

Beeindruckende Konstanz

Kein Wunder zieht der Fricktaler ein positives Fazit seiner Saison. Zum Gesamtweltcup-Sieg gesellen sich zwei Gold- und zwei Silbermedaillen an der Heim-Europameisterschaft im Tessin und eine Staffelmedaille an der WM. «Dass es an den Weltmeisterschaften nicht zu einer Einzelmedaille gereicht hat, ist der einzige Wermutstropfen in diesem Jahr», so Kyburz. Allerdings habe er aus dem WM-Resultat auch neue Motivation ziehen können. «Ich wollte den Sieg im Gesamtweltcup danach umso mehr.»

Seit 2012 belegte Kyburz stets einen der ersten drei Ränge im Gesamtweltcup. «Ein Grund für die Konstanz ist sicherlich, dass ich nie ernsthaft verletzt war», sagt der Möhliner. Unfälle seien zwar immer möglich, aber es gebe auch viele Präventionsmöglichkeiten. «Und ich kenne meinen Körper sehr gut und kann auf ihn hören.» Dazu kommt, dass Kyburz sich über alle Distanzen wohlfühlt und sich rasch an neue Geländetypen anpassen kann. «Wir Schweizer haben hier einen kleinen Vorteil», sagt er. «Anders als etwa in Skandinavien gibt es bei uns auf kleinem Raum verschiedene Geländetypen, in denen wir trainieren können.»

 Je nachdem ein Job als Ausgleich

Nach dem erfolgreichen Saisonabschluss will es Kyburz in den nächsten Wochen etwas ruhiger angehen. «Allenfalls mache ich noch ein Trainingslager in Norwegen und danach geht es an die Planung der nächsten Saison», sagt er. Klar ist für ihn, dass er weiter mit den gleichen Ambitionen laufen möchte. «Je nachdem suche ich mir aber neben dem Sport einen Job als Ausgleich. Der Trainingsaufwand und die Resultate sollten aber darunter nicht leiden.»

Neu ist ab dem kommenden Jahr auch, dass alternierend eine Wald- und eine Sprint-WM im urbanen Gelände stattfindet. Den Anfang macht die Wald-WM in Norwegen. Hierfür müsse er das Training anpassen, so Kyburz. «Allerdings wird es für mich als Allrounder eher einfacher. Ich kann mich in den Monaten vor der WM ganz auf Trainings im Wald und im Gelände fokussieren.»