Es ist eines jener Themen, bei denen die einen aufs Gaspedal, die anderen auf die Bremse treten: Tempo 30. Die Praxis im Fricktal ist denn auch von Gemeinde zu Gemeinde verschieden. Während beispielsweise Rheinfelden Tempo 30 flächendeckend in allen Quartieren eingeführt hat und die Massnahme als Erfolgsgeschichte wertet, haben sich die Möhliner schon mehrfach gegen das Langsamregime ausgesprochen.

Frick geht die Tempo-Frage derweil pragmatisch an: In jenen Quartieren, in denen die Bewohner Tempo 30 wünschen, wird die verkehrsberuhigende Massnahme umgesetzt. Jüngstes Beispiel sind zwei Quartiere im Oberdorf, wo Tempo 30 vor einem Jahr eingeführt wurde. Es ist das sechste Quartier, ein siebtes, am Frickberg, ist in Planung.

Einen vierten Weg geht Hornussen. Bevor der Gemeinderat eine oder mehrere Tempo-30-Zonen prüft, will er morgen Donnerstag an der Gemeindeversammlung in einer Konsultativabstimmung wissen, was die Bevölkerung generell vom Thema hält.

Den Puls der Bevölkerung spüren

Dass Tempo 30 nun zum Thema wird, hängt mit einer Eingabe aus der Bevölkerung zusammen. Einwohner waren mit dem Anliegen an den Gemeinderat getreten, an der Schulstrasse – sie wird auch von Lastwagen im Verkehr mit dem Entsorgungsunternehmen befahren – Tempo 30 einzuführen. Begründet wurde die Eingabe damit, «dass man in der aktuellen Situation ein erhebliches, wenn nicht sogar grosses Gefährdungsrisiko für die Anwohner, insbesondere die vielen Kinder in der Schulstrasse, sehe», heisst es in der Botschaft an die Stimmberechtigten.

Der Gemeinderat will nun vorerst den Puls der Bevölkerung spüren, bevor er – allenfalls – in Sachen Tempo 30 Gas gibt. Er lässt morgen über fünf Fragen abstimmen. Zum einen darüber, ob grundsätzlich die Einführung von Tempo-30-Zonen und/oder von Begegnungszonen auf dem Gemeindegebiet von Hornussen gewünscht ist. Daneben lässt er über vier mögliche Rayons abstimmen und nennt auch gleich die zu erwartenden Kosten. Bei einer Verkehrsberuhigung der Schulstrasse rechnet er mit Kosten von 28 000 Franken. Darin eingeschlossen sind Abklärungen durch ein Ingenieurbüro, das vom Kanton geforderte Gutachten mit Massnahmenkonzept sowie die Kosten für die Ausführung und die Signalisation.

Ganzes Gemeindegebiet denkbar

Eine zweite Variante sieht Tempo 30 respektive Begegnungszonen südlich der Hauptstrasse, eine dritte nördlich der Hauptstrasse vor. Bei ersterer rechnet der Gemeinderat mit Kosten von 46'000 Franken, bei letzterer mit solchen von 55'000 Franken. Die Maximalvariante – also Tempo 30 auf dem ganzen Gemeindegebiet, allerdings ohne die Kantonsstrasse – kommt die Gemeinde auf rund 80'000 Franken zu stehen. Sie ist günstiger als die Summe der Einzelzonen, da bei der Vorprüfung Synergien erzielt werden.

Je nach Ausgang der Konsultativabstimmung lässt der Gemeinderat ein Geschäft ausarbeiten und will dieses an der Gemeindeversammlung im nächsten Sommer vorlegen.