Pünktlich zur Saisoneröffnung am Wochenende kann das Fricktaler Museum Rheinfelden zusätzlich zur schon bestehenden Ausstellung «Rheinfelden- anno dazumal und heute» ein ganz besonderes Juwel zeigen: den Stigler-Lift aus dem ehemaligen Hotel Krone. Darüber hinaus können sich die Besucher anhand von liebevoll zusammengestellten Bildbänden die glanzvollen Zeiten dieses ehemals renommierten Hauses in Erinnerung holen.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war die «Krone» eine der erfolgreichsten Sole-und Kureinrichtungen mit internationalen Gästen. Dieser Ruf verpflichtete natürlich. Im Rahmen eines grossen Umbaus mit umfassenden Renovierungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts bekam nicht nur die Strassenfassade ein nobles Neo-Renaissance-Outfit. Auch im Innern zog die Moderne ein mit Zentralheizung und zwei Stigler-Liften.

Nach Schliessung des Hotels 1971 und einem Brand 1980 lagerte man einen Lift ein, bis er ganz in Vergessenheit geriet. Doch im vergangenen Jahr erwachte er aus seinem Dornröschenschlaf, das Fricktaler Museum erhielt eine Anfrage, ob Interesse daran besteht, ihn einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Da gab es wenig zu überlegen. In aufwendiger Kleinarbeit sammelte man Material zum Lift, aber auch viele Details zum Hotel Krone.

Exzellente Handwerkskunst

Der Stigler-Lift in feinem, dunklen Holz mit floralen Ätzglasscheiben und einer gemütlichen Sitzbank ist attraktiver Zeitzeuge damaliger, technischer Errungenschaften verbunden mit gehobenen Ansprüchen und steht für eine exzellenten Handwerkskunst. Traditionell bietet das Museum örtlichen Vereinen bei deren runden Geburtstagen seine Räume an, um sich einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren. In diesem Jahr feiert die Ludothek Rheinfelden sein 40. Jubiläum.


Aktueller denn je ist der Gedanke, nicht immer alles besitzen zu müssen, sondern manches bei Bedarf auch auszuleihen. So auch Spielzeug. Romy Kaufmann, Gründungsmitglied des Vereins und Indira Gerber vom Vorstand blickten zurück in die Geschichte. Sie zeigten die Idee dahinter auf und formulierten die Ziele. 1934 gab es die erste Ludothek in Los Angeles, 1972 in der Schweiz in Zofingen, 1979 war die Gründung in Rheinfelden. Mit enormen Engagement wurde sie aufgebaut, hochwertiges Spielzeug angeschafft und zu einem geringen Betrag ausgeliehen.

Die Nachfrage stieg damals allmählich, doch es gab auch immer ein Auf und Ab. Als sich 2016 ein neues Team zusammenfand und sich die Frage stellte, ob eine Ludothek überhaupt noch zeitgemäss sei, war die Antwort eindeutig ja. Mit Elan gingen sie das Projekt an und steckten sich so anspruchvolle Ziele wie zum Beispiel vorzeigbare Räumlichkeiten zu schaffen, das System modernisieren, Generationen an einen Tisch zu bringen, vor allem jedoch in der Öffentlichkeit wieder präsent zu sein.

Genau richtig dafür ist die Sonderausstellung. Das Team zeigt die immense Vielfalt an Ausleihmöglichkeiten auf, eine kleine Auswahl von den insgesamt mehr als 800 attraktiven Spielsachen sind derzeit im Museum zu sehen mit vielen weiteren Informationen. Musikalisch umrahmten die Vernissage Alex Geladze am Flügel und Laszlo Fogarasi, Violine. Beide gehören dem Basler Sinfonieorchester an.


Öffnungszeiten der Ausstellung: bis zum 30. Juni 2019 am Dienstag, Samstag und Sonntag jeweils 14 bis 17 Uhr.