Auf den 1. Januar 2020 soll im Fricktal einer der grössten Forstbetriebe im Kanton Aargau entstehen. Die Gemeinden Mumpf, Obermumpf, Hellikon, Zeiningen und Zuzgen, die bisher zusammen mit Schupfart den Forstbetrieb Zeinigerberg-Looberg gebildet haben, spannen neu mit dem Forstbetrieb Möhlin zusammen. Schupfart seinerseits tritt dem Forstbetrieb Thiersteinberg bei. «Das neue Gebiet ist gut arrondiert, die sechs Gemeinden passen gut zusammen», sagte Lorenz Bader vom Beratungsbüro Kaufmann Bader, der die Ausarbeitung des Kooperationsvertrags begleitete.

Die Waldungen der sechs Gemeinden umfassen eine Fläche von 1388 Hektaren, ebenfalls zum Forstrevier gehören 244 Hektaren Staatswald und 295 Hektaren Wald von privaten Waldeigentümern. Alle Waldungen sind in einem Kreis von knapp sechs Kilometern Radius erreichbar, wie Bader ausführte. Ausschlaggebend für den Zusammenschluss sind vorab zwei Gründe: Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die Tatsache, dass Urs Jakober, Förster des Forstbetriebs ZeinigerbergLooberg, Ende Jahr in Pension geht.

Auslastung der Maschinen steigt

Lorenz Bader führte aber noch weitere Vorteile und Chancen an, die durch den Zusammenschluss entstehen. So sei künftig etwa die Stellvertretung gewährleistet, das Personal könne sich eher spezialisieren und den Fähigkeiten und Neigungen entsprechend eingesetzt werden, die Auslastung der Maschinen steige und durch die grössere Nutzungsmenge könnten die eigenen Energiezentralen mit Holz beliefert werden.

Die Plankostenrechnung sieht vor, dass der neue Forstbetrieb einen jährlichen Gewinn von 110 000 Franken erwirtschaftet. Dieser soll im Folgejahr im Verhältnis der Gesamtwaldfläche auf die Partner aufgeteilt werden. Möhlin werden vorab 50 Prozent zugewiesen. Diese Regelung wurde gewählt, da der Forstbetrieb Möhlin im Gegensatz zum Forstbetrieb Zeinigerberg-Looberg bereits bisher schwarze Zahlen schrieb. Bader betonte aber auch, dass man auch künftig nicht nur nach Gewinnmaximierung strebe, sondern die ökologischen Aspekte und die Biodiversität weiterhin hochhalten wolle.

Abstimmungen über den Vertrag

Alle Mitarbeiter der beiden bisherigen Forstbetriebe sollen übernommen werden. Designierter Betriebsleiter ist Urs Steck, designierter Stellvertreter Marc Oeschger. Neben den beiden Förstern sollen sechs Forstwarte, zwei Lernende, sowie Praktikanten und Zivis zum Team gehören. Die strategische Leitung übernimmt eine Betriebskommission mit Vertretern der Gemeinden – aufgrund der Grösse der Waldungen je zwei aus Möhlin und Zeiningen und je einer aus den übrigen Gemeinden. Geplant ist weiter, dass der Forstbetrieb den Werkhof Möhlin mietet und von dort aus arbeitet.

Im Juni wird der Vertrag den Ortsbürgern von Möhlin, Hellikon, Zuzgen und Zeiningen an der Gemeindeversammlung zur Abstimmung unterbreitet. In Mumpf und Obermumpf, wo es keine Ortsbürgergemeinde mehr gibt, entscheiden die Einwohner. Sie seien zuversichtlich, dass die Stimmberechtigten dem Vertrag zustimmen, sagten der Möhliner Gemeindeammann Fredy Böni und die Zeininger Gemeindepräsidentin Gisela Taufer.