In Gipf-Oberfrick geht seit gut einem Jahr die Post ab, wenn es um die Poststelle geht. Denn der Konzern hat die Gipf-Oberfricker Filiale, wie vielerorts, überprüft – und will sie in eine Postagentur umwandeln. Ein möglicher Partner ist der Volg-Laden, der direkt neben der Post liegt.

Gegen die drohende Schliessung wehren sich die Gipf-Oberfricker vehement. Im letzten Jahr unterschrieben 676 Personen eine Petition für den Erhalt der Poststelle. Und an einer Infoveranstaltung letzte Woche beteuerte Gemeindeammann Regine Leutwyler: «Die Poststelle bleibt für den Gemeinderat unbestritten und wir wehren uns nach wie vor gegen eine Schliessung.» Von einem Dialog könne aus Sicht der Gemeinde zudem nicht gesprochen werden, so Leutwyler. «Die Meinungen der Post waren immer schon gemacht.»

Die klaren Worte freuen die SP, welche die Petition im letzten Jahr lanciert hatte. In einer Medienmitteilung findet der Parteivorstand klare Worte: «Die Post hat kein Interesse daran, die Poststellen zu erhalten und erfüllt somit im Sinne des Service public ihren Auftrag nicht», halten Antonia Grimm, Herbert Moesch und Grossrätin Elisabeth Burgener fest. Angesichts der veränderten Kundenbedürfnisse wäre die Post aus Sicht der SP gefordert, «ihre Poststellen zukunftsfähig zu machen, anstatt strategielos eine nach der andern zu schliessen oder mit Agenturen zu ersetzen, die weniger Dienstleistungen anbieten können». Für die drei SP-Politiker ist klar: «Die postalische Grundversorgung ist ein elementarer Bestandteil des Service public.» Und: «Öffentliche Dienstleistungen wie die Post dürfen als Angebot für die ganze Bevölkerung etwas kosten.»

Digitalisierung als Chance

An der Infoveranstaltung wies Urs Krattiger, Spezialist Netzentwicklung bei der Post, auf die stark rückläufigen Auftragsvolumina hin. So seien die Briefsendungen in Gipf-Oberfrick zwischen 2010 und 2017 um 70 Prozent, die Einzahlungen um 21 Prozent zurückgegangen. «Ein verändertes Konsum- und Verbraucherverhalten in der digitalen Welt hinterlässt auch bei der Post seine Spuren», doppelte Pressesprecher Markus Werner auf Anfrage nach.

Diese Aussage stösst den drei SP-Politikern sauer auf. «Wir wehren uns gegen diese Behauptung», halten sie fest. «Gerade die Transformation in eine mobile und digitale Gesellschaft bringt Chancen, welche die Post nutzen müsste.» Bei der SP ist man überzeugt: «Ihre flächendeckende Präsenz und die Nähe zum Kunden könnten gewinnbringend eingesetzt werden.»