Rund 700 Kilometer nordwärts müssen die Einwohner von Eiken fahren, wenn sie ihre deutsche Partnergemeinde Eicken-Bruche besuchen wollen. Entstanden ist die Partnerschaft zwischen der Fricktaler und der niedersächsischen Gemeinde im Jahr 1965. Hauptlehrer Gerhard Granz aus Eicken-Bruche hatte damals die Idee, Gemeinden mit dem Wortstamm der Eiche zu Partnerschaften zu bewegen.

Tatsächlich entstand daraus eine Vier-Dörfer-Partnerschaft zwischen Eiken, Eicken-Bruche (D), Eke (BEL) und Eecke (FRA), die bis heute Bestand hat. Alle zwei bis drei Jahre findet ein Vier-Dörfer-Treffen statt. Letztes Jahr traf man sich in Belgien. In einem Jahr findet das grosse Fest in der Schweiz statt. «Wir freuen uns riesig darauf», so der Eiker Gemeindeammann Stefan Grunder.

Freundschaften sind entstanden

Mittlerweile ist Eicken-Bruche nicht mehr eigenständig. Seit 1972 gehört der Ort, der zwischen Hannover und Münster in einer Tiefebene liegt, zur Stadt Melle. Im Ortsteil Eicken-Bruche wohnen heute 2310 Einwohner, in ganz Melle sind es rund 48 200. «Trotz diesen neu geschaffenen Strukturen war es für die Verantwortlichen eine Selbstverständlichkeit, die Partnerschaft mit den übrigen ‹Eichen-Dörfern› fortzusetzen.

Eine Erfolgsstory, die seither im Sinne der Völkerverständigung überaus erfolgreich fortgeschrieben wird», sagt Jürgen Krämer, Mediensprecher der Stadt Melle. Laut Stefan Grunder bestehen «viele persönliche Freundschaften unter den Einwohnern der vier Gemeinden».

Sein Pendant, Melles Bürgermeister Reinhard Scholz, sagt, der Verbindung der vier «Eichen-Dörfer» komme eine besondere Bedeutung zu. «Man kennt sich, man schätzt sich und man pflegt Freundschaft im Sinne eines geeinten Europas.»

Adelssitz und Aussichtsturm

«Eine der interessantesten Sehenswürdigkeiten von Eicken-Bruche ist das Gut Bruche», sagt Jürgen Krämer. Der traditionsreiche Adelssitz entstand 1350 aus dem Meyerhof zu Broke. Das jetzige Herrenhaus wurde in den Jahren 1733 bis 1736 von Friedrich von Hammerstein erbaut.

Ein verkürzter Burgfried der alten Burg Bruche bildet heute den Eckturm des westlichen Vorgebäudes. Wer lieber die Aussicht über die Ebene geniesst, ist auf der Ottoshöhe richtig. Dort befindet sich auf rund 200 Metern über Meer ein 24 Meter hoher Aussichtsturm, der Ausflüglern einen Blick bis nach Bielefeld oder zur Porta Westfalica bietet.

Als «Geheimtipp» nennt Krämer zudem den Felsenkeller. Das 2000 Quadratmeter grosse Gewölbe wurde Mitte des 19. Jahrhunderts von Sträflingen geschaffen. Zuerst diente es als Bierlager, heute ist es die Heimat einer Fledermauspopulation.