Zwischen der Landstrasse und dem Hammerstätteweg in Gipf-Oberfrick – dort, wo einst der Reitstall Mettauer stand – ist derzeit eine grosse Baugrube. Bis Anfang 2020 entsteht hier eine Überbauung mit insgesamt 30 Wohnungen. Aktuell aber sorgt die Grube im Dorf für Gesprächsstoff, da beim Aushub Autos, Öl und weitere Bodenverunreinigungen gefunden wurden. Gar von einem Autofriedhof ist im Dorf die Rede.

Bauleiter Matthias Hohler vom Büro Lenzin Partner Architekten AG in Laufenburg präzisiert jedoch, die Funde hätten sich nur im vordersten Teil des Geländes befunden. «Es stimmt aber, dort, wo früher der Miststock war, sind Autos zum Vorschein gekommen.» Zudem gebe es in diesem Teil des Areals auch weitere Bodenverunreinigungen.

Parzelle nun altlastenfrei

Für die Bauherrin, die FS AG mit Sitz in Brugg, kamen die Funde unerwartet. Da es im Altlasten-Kataster keinen entsprechenden Eintrag gebe und man von der Verkäuferschaft nicht darauf hingewiesen worden sei, habe man nicht damit rechnen müssen, heisst es. «Aber nun wird das belastete Material peinlich genau in einer Reaktor- sowie einer Inertdeponie entsorgt und das Gelände mit sauberem Material aufgefüllt. Sämtliche Arbeiten werden vom Geologiebüro Eberhard & Partner AG, Aarau, unter Aufsicht der Abteilung Umwelt des Kantons Aargau ausgeführt.»

Vom Gesetz her gebe es mehrere Möglichkeiten, so die Bauherrin weiter. «Wir haben uns dafür entschieden, das belastete Material komplett abzuführen und zu entsorgen, statt unter der Überbauung bestehen zu lassen, was möglich ist, wenn keine Gefährdung für die Umwelt besteht.» Die Grube sei nun «komplett altlastenfrei und sauber».

Bauleiter Hohler sagt, dass es – gerade an zentralen Lagen – nicht unüblich sei, dass in Baugruben Verunreinigungen zum Vorschein kommen. «Eine Verunreinigung in einem solchen Ausmass ist jedoch klar ausserhalb dessen, womit man rechnen muss.»

Überreste einer Garage?

Wie die Autos in den Boden gekommen sind, ist unklar. In Gipf-Oberfrick ist die Rede von einer Auto-Garage, die sich früher auf dem Nachbargrundstück befunden haben soll. Ein alteingesessener Gipf-Oberfricker erinnert sich gegenüber der AZ daran, dass dies Ende 1960er-, Anfang 1970er-Jahre gewesen sei.

Nichts Genaueres wissen auch die aktuellen Besitzer des Areals sowie Vorbesitzer Benno Mettauer. Er habe von den Funden gehört, wisse aber nichts von ihrer Herkunft, sagte Mettauer auf Anfrage. Dennoch befürchte er, dass nun noch finanzielle Forderungen der Käufer auf ihn zukämen, sagt er. Die Bauherrin wiederholte lediglich, dass man mit solchen Funden nicht gerechnet habe und den Vorbesitzer bereits in Kenntnis gesetzt habe.

Überbauung ist 2020 fertig

Klar ist: Durch die Untersuchungen und die Verschmutzungen waren die Aushubarbeiten umfangreicher als geplant und es kommt zu Mehrkosten im sechsstelligen Bereich. «Wir mussten im verunreinigten Teil des Geländes zwei bis vier Meter tiefer graben als geplant», so der Bauleiter. Glücklicherweise befinde sich auf dieser Tiefe jedoch ein fester Untergrund, der verhindert habe, dass die Rückstände noch weiter versickerten.

Neben den Mehrkosten haben die unerwarteten Funde auch zu einer leichten Verzögerung des Baufortschrittes geführt. «Auf den Zeitpunkt der Baufertigstellung hat dies jedoch keine Auswirkungen», heisst es bei der FS AG. Im September beginnen die eigentlichen Bauarbeiten. Anfang 2020 sollen die 30 Wohnungen in gehobenem Standard – «an zentraler Lage und mit Aussicht auf die Fricktaler Hügellandschaft» – bezugsbereit sein.