Gemeindeammann Fredy Böni macht keinen Hehl daraus, dass sich der Strassenbelag auf der Bäumlimattstrasse in einem schlechten Zustand befindet. Der jährlich zunehmende Schwerverkehr schwächte über 25 Jahre die Oberfläche des Industriezubringers, an dem Unternehmen wie DPD, Louis Ditzler oder die Galliker Transport AG domiziliert sind, zusehends. «In den Wintermonaten dringt Wasser in die Risse des Belages, gefriert und sprengt den Strassenkörper weiter auf», führt Böni aus. Deswegen ist es für den Gemeinderat Zeit zu handeln. Er tut dies, indem er dem Souverän an der Gemeindeversammlung einen Verpflichtungskredit in Höhe von 750'000 Franken für die Sanierung der Strasse stellt.

Für Böni ist klar, dass die Sanierung rasch durchgeführt werden muss. Andernfalls sei mit erheblichen Mehrkosten durch den zusätzlichen Ersatz der Fundationsschicht zu rechnen. Die Bäumlimattstrasse ist damit der Letzte von sechs Abschnitte der Industrieumfahrung, der voraussichtlich ab dem Frühjahr 2019 erneuert werden soll. Die Kosten der bisher erfolgten Sanierung an der Industrieumfahrung belaufen sich auf 2'155'000 Franken. Insofern die Sanierung planmässig verläuft, ist mit der Fertigstellung gegen Ende 2019 zu rechnen. Weil es sich bei der Bäumlimattstrasse um eine Sackgasse handelt, die vom Schwerverkehr stark frequentiert wird, sei die Sanierung kein einfaches Projekt sagt Böni. Um Ab- und Abfahrt der Lastwagen zu gewährleisten, werde man die Strasse in mehreren Etappen sanieren und den Verkehr mir ein Ampel-Regime leiten.

Erst abfräsen, dann aufbauen

Konkret soll die Bäumlimattstrasse auf etwa 600 Meter zweischichtig erneuert werden. Hierfür wird der bestehende Belag auf einer Tiefe von mindestens zehn Zentimetern bis auf die unterste Tagschicht abgefräst und neu aufgebaut. Auf dem restlichen Abschnitt wird der Deckbelag mindestens 3,5 Zentimeter abgefräst. Tiefer gehende Risse sollen verfugt und neu aufgebaut werden. Gleichzeitig werden bei der Sanierung die Randabschlüsse erneuert und die Kontrollschachtdeckel sowie die Strassensammlerroste ersetzt.

Weiter beantragt der Gemeinderat eine Anpassung des Baugebührenreglements. Dies, weil mit den aktuellen Gebühren lediglich ein Achtel der Aufwendungen der Verwaltung gedeckt werden. «Zudem haben wir einen Gebührenvergleich mit den Bauverwaltungen der umliegenden Gemeinden durchgeführt. Bei diesem haben wir festgestellt, dass wir in zu den Gemeinden mit den tiefsten Gebühren gehören», begründet Böni die Anpassung.

Beträgt die heurige Baubewilligungsgebühr 2,5 Prozent der Bausumme oder mindestens 100 Franken, soll diese neu auf 3,5 Prozent der Bausumme oder mindestens 200 Franken angehoben werden. Bei durchschnittlich 150 Baugesuchen pro Jahr rechnet der Gemeinderat mit Mehreinnahmen von rund 46'000 Franken.

Das Budget 2019 der Gemeinde basiert auf einem unveränderten Steuerfuss von 115 Prozentpunkten. Der Ertragsüberschuss aus der Erfolgsrechnung beträgt 2,1 Millionen Franken. Bei Investitionsausgaben von 8,9 Millionen Franken und Investitionseinnahmen von 6,3 Millionen Franken betragen die Nettoinvestitionen 2,6 Millionen Franken, führt Gemeinderat Lukas Fässler aus. «Bei einer Selbstfinanzierung von 5,6 Millionen Franken führt dies zu einem Schuldenabbau von drei Millionen Franken.»

Nettoschulden sinken stark

Voraussichtlich werden damit die Nettoschulden der Gemeinde per Ende 2019 noch fünf Millionen Franken betragen – nach Abschluss der Jahresrechnung 2017 waren dies noch 29,1 Millionen Franken. Dies aufgrund der Neubewertung der Liegenschaften des Finanzvermögens, insbesondere durch die beiden Baulandparzellen Leigrube und Rüttenen, die bereits mit dem Rechnungsabschluss 2018 der Neubewertung unterzogen wurden, erklärt Böni.

Laut Fässler habe man für das Budget 2019 die Ausgaben auf das Notwendigste beschränkt. Profitiert habe man auch vom neuen Finanzausgleich, der für die Gemeinde Möhlin mit einem Zuschuss von rund 1,1 Millionen Franken budgetiert ist – rund 830'000 Franken dieses Zuschusses erhält die Gemeinde für ihre geringe Steuerkraft. Diese liegt pro Person sieben Prozent unter dem kantonsweiten Durchschnitt.