Facebook, Youtube, Whatsapp – die digitale Welle ist in das Kaiseraugster «Jugendhuus» geschwappt. Seit rund einem Jahr gibt es dort WLAN, das von den vornehmlich 12- bis 15-Jährigen mit ihren Smartphones rege genutzt wird. «Es kommt oft vor, dass die ‹Jugendhuus›-Besucher sich gegenübersitzen und anstatt miteinander zu reden, sich via Whatsapp schreiben», erzählt Daniel Lüscher, Leiter der Sozialen Dienste.

Gerade der starke Gebrauch von Whatsapp verlange von den Jugendarbeitern aufgrund der permanenten Erreichbarkeit eine hohe Flexibilität. «Weil die Jugendlichen und die Jugendarbeiter ein anderes Verständnis von Zeit haben, ist es wichtig, dass die Jugendarbeiter den Jugendlichen klarmachen, wann sie erreichbar sind und wann nicht», sagt Hanspeter Meyer, Gemeinderat Ressort Gesellschaft. Bevor es solche Regelungen gab, seien Fragen der Jugendlichen teilweise auch noch nachts als Nachricht auf den Smartphones der Jugendarbeiter gelandet.

Das Kaiseraugster «Jugendhuus» wurde vor rund zehn Jahren eröffnet.

Das Kaiseraugster «Jugendhuus» wurde vor rund zehn Jahren eröffnet.

Tablets sind Standardausrüstung

Zwar sind der Töggeli-Kasten und die Tischtennisplatte noch nicht verstaubt, das Smartphone hat den nicht digitalen Aktivitäten jedoch den Rang abgelaufen. «Gerade aufgrund des intensiven Konsumverhaltens in jungen Jahren ist es wichtig, dass die Jugendarbeiter den Jugendlichen einen verantwortungsvollen Umgang mit den Neuen Medien beibringen», sagt Lüscher.

Deswegen gehören Tablets mittlerweile zur Standardausrüstung der Jugendarbeiter. Auf diesen befassen sie sich beispielsweise mit den Texten und den Video-Clips von Hip-Hop-Bands, welche die Jugendlichen auf ihrem Smartphone gerade konsumieren. «Wenn es sich beispielsweise um vulgäre Texte handelt oder ein sexistisches Frauenbild dargestellt wird, dann klären die Jugendarbeiter die Jugendlichen darüber auf», sagt Lüscher.

Der These, dass durch die ausgeprägte Konsumhaltung über die sozialen Medien der Eigenantrieb sinkt und die Jugendlichen vereinsamen, kann Lüscher nur teilweise bestätigen: «Klar, eine Unterhaltung über Whatsapp ersetzt nicht wirklich den persönlichen Kontakt. Sie ermöglicht es aber den Jugendlichen, sich zu verabreden und im ‹Jugendhuus› nicht digitalen Aktivitäten nachzugehen oder dort zusammen Veranstaltungen auf die Beine zu stellen.» So sei in den letzten Jahren deutlich geworden, dass die Jugendlichen vom «Jugendhuus» mit der Organisation der Halloween-Party, der Eisdisco Rheinfelden und dem Ausflug in die Swiss Mega Park Arena viel mehr Eigeninitiative gezeigt hätten.

Zehn Jahre «Jugendhuus» – die Party: Samstag, 25. November, 14 bis 1 Uhr, Giebenacherstrasse 50, Kaiseraugst.