Bei Temperaturen von 30 Grad Celsius sehnt sich schon so manch einer die Ferienzeit herbei. Für die meisten geht es bis dahin jedoch noch einige Wochen. Immerhin haben sich bereits viele Fricktaler in den Reisebüros ihren Platz an der Sonne gebucht. Die az hat zwei Reisebüros in der Region nach den beliebtesten Destinationen gefragt, und ob sich der Terror auf das Buchungsverhalten äussert.

Terroranschläge in Europa – Nizza, Paris oder zuletzt in Manchester – haben kaum einen Einfluss auf das Buchungsverhalten der Kunden. «In der Regel ist es so, dass dann die Buchungen für das betroffene Land für ein bis zwei Monate zurückgehen, sich aber anschliessend wieder normalisieren», sagt Marcel Geissenberger von Knecht Reisen. Das Reisebüro hat im Fricktal Filialen in Frick und Rheinfelden.

Anschlagsrisiko wird thematisiert

Hingegen werden Reisen in die Türkei, nach Ägypten oder Tunesien kaum gebucht. «Davon profitieren Ziele wie Spanien, Frankreich, Portugal und Italien. Aber auch Griechenland und Zypern sind beliebte Ziele», sagt Geissenberger. Kunden, die dennoch mit dem Gedanken spielen, in die Türkei, nach Tunesien oder Ägypten zu reisen, stellen oftmals Fragen nach dem Anschlagrisiko. «Wir stehen im Kontakt mit den dortigen Reiseleitern und geben ihre Einschätzungen an unsere Kunden weiter», sagt Geissenberger.

Hoch im Kurs stehen in diesem Jahr Kreuzfahrten und Fernreisen. Beliebte Ziele sind Australien, Neuseeland, Südafrika und Namibia. Eine relativ stabile politische Lage, schöne und exotische Landschaften sowie immer günstigere Preise für Langstreckenflüge, nennt Geissenberger als Gründe dafür.

Beliebt sind auch Ferien in Nordamerika. Hierbei lässt sich der Trend feststellen, dass weniger Reisen in die USA, dafür mehr Reisen nach Kanada gebucht werden: «Dies hängt in erster Linie mit der Wahl von Donald Trump zusammen», sagt Geissenberger.

«Die Nachfrage nach den westeuropäischen Zielen steigt stetig», sagt Johanna Burkhart vom TUI Reisecenter in Bad Säckingen, in dem mehr als die Hälfte der Kunden aus der Schweiz kommen. Besonders das spanische Festland, Mallorca und Sardinien sind beliebte Ziele. Aber auch Buchungen für Griechenland und Zypern ziehen an. Verantwortlich für die steigenden Buchungszahlen der west- und südeuropäischen Destinationen sind die Terrorgefahr und die politischen Turbulenzen in der Türkei und Tunesien. Diese Länder werden nach wie vor gemieden. «Zudem möchten viele Erdogan nicht unterstützen und haben Angst, nicht mehr aus der Türkei ausreisen zu können», sagt Burkhart.

Anders wie bei Knecht Reisen ziehen die Buchungen für Ägypten langsam wieder an. «Besonders in der Wintersaison gab es viele Buchungen», sagt Burkhart. Dies vor allem, weil die Alternativen wie die Kanaren nicht nur teurer, sondern auch wetterunbeständiger sind.