Ich will Ihnen endlich Danke sagen.

Vor mehr als fünf Jahrzehnten, als ich in Laufenburg in den damaligen Kindergarten beim Wasentor ging, spazierte ich Tag für Tag an Ihrer Skulptur auf der Burgmatt vorbei. Als Knirps verstand ich diese verschlungene Plastik noch nicht ganz; die geschwungenen Linien im Werk hatten einen Anfang und kein klares Ende: Halt so wie unser Leben.

Mein Leben lang sind Sie mir präsent, Erwin Rehmann. Auch in diesen Zeiten, wenn ich ab und an am Laufenburger Friedhof die Pforte am Eingang vor Ihrer Bronze-Beton-Schnittplastik aufstosse: Geschmiedetes Eisen, nie kalt; dienlich gemachter Rohstoff, ein Trostspender schon beim Eintritt in den Ruheraum der Schöpfung.

Und ich verdanke Ihnen, noch lange vor dem ebenso prägenden Willi Schoder, meinen ersten Zugang zur Kunst, diesem unfassbaren Reich der Entdeckungen, Träumereien, Erkenntnisse und Erfahrungen, diesem unglaublichen Türöffner.

Im Elternhaus, auf dem selbstgezimmerten Bücherregal, stand nämlich Ihr erstes Buch. Ein Hochglanzpapier-Umschlag über das leinengebundene Werk mit vielen Bildern ihres Œuvres, geschweisst-gebündelter Stahl aus dem oft ein Licht die Freiheit des Raums suchte, gegossene Bronze oder Messing, geformt, zerschnitten, zerlegt oder einfach dem glühenden Lauf des Zufalls überlassen.

Dort, in diesem Buch, las ich auch, dass Sie ein ganz Berühmter seien, gar schon an der Biennale in Venedig ausgestellt hätten. So kam, dass ich Ihnen als Kind immer auch mit gehöriger Ehrfurcht auf der Strasse begegnete und beim Vorbeigehen mit gesenktem Kopf bloss ein knappes Grüezi murmelte.

Jetzt, aufrecht und auch etwas selbstbewusster geworden, bin ich selten genug in ihrem wunderbaren Museum im Schimelrych in Laufenburg (www.rehmannmuseum.ch), dort, wo sie seit 1953 arbeiten, dort, wo auch noch Ihre Werkzeuge stehen, Maschinen, die Esse, der Giessofen.

Ein wunderbarer Ort der Handwerkskunst eben, in dem am nächsten Freitag mit einer Vernissage um 18.30 Uhr die nächste Ausstellung öffnet. Zum ersten Mal kommt die Bildkunst in Ihr Museum, eine fotografische Perspektive von Philipp Fuchs auf die Stadt, in der Sie wirken, ergänzt mit Laufenburger Photos von Ihnen.

Ich freue mich auf diese Sichtweisen – und eine weitere Etappe meines Lebens mit Ihnen.

Danke.

* Christoph Grenacher leitete verschiedene Medientitel. Heute ist er Inhaber der Kommunikationsagentur Mediaform. Er lebt im Kaister Ortsteil Ittenthal und in Zürich. E-Mail: grenacher(ad)azkolumne.ch