Mitte Dezember stand der Möhliner Orientierungsläufer Matthias Kyburz zuletzt an der Startlinie und gewann – auch für sich selbst überraschend, wie er damals sagte – den Zürcher Silvesterlauf. «Wohl an einem Stadtlauf im Frühling» werde er das nächste Mal zu einem Wettkampf starten, so Kyburz damals gegenüber der AZ. Nun ist er bereits am vergangenen Sonntag beim Reusslauf in Bremgarten gestartet – und bewältigte die 11 Kilometer lange Strecke als Schnellster.

«Der Reusslauf fand genau zwischen zwei Trainingslagern statt», erklärt Kyburz seinen frühen Start in die Saison. «Da ich schon mehrfach daran teilgenommen habe, war es für mich auch eine gute Möglichkeit für eine Standortbestimmung.» Und diese fällt nicht nur wegen des Sieges positiv aus. Mit 33 Minuten und 10 Sekunden hat Kyburz die Strecke schneller bewältigt als bei seinen früheren Teilnahmen und besiegte starke Konkurrenten. Damit sei er sehr zufrieden, so der Möhliner. «Die Bedingungen mit den frühlingshaften Temperaturen waren allerdings auch ideal.»

WM als Saisonhöhepunkt

Trotz den zwei Siegen in den Strassenrennen plant der fünffache Gesamtweltcupsieger keinen Disziplinenwechsel und setzt auch künftig voll auf Orientierungslauf. «Aber ich kann mir auf der Strasse eine gute physische Form antrainieren», so Kyburz. Die Strassenrennen seien für ihn dann «eine Art Testwettkämpfe».

Bis die Orientierungslauf-Saison beginnt, bleibt in diesem Jahr noch reichlich Zeit. Erste nationale Rennen, an denen Kyburz startet, finden Mitte April statt. «Die Weltcup-Saison beginnt sogar erst im Juni.» Nachdem sich Kyburz diesen Winter in der Schweiz auf die neue Saison vorbereitet hat, fand vor zwei Wochen das erste Trainingslager in Spanien statt. Ende Woche fliegt er nach Portugal, um an der Orientierungslauf-Technik zu feilen.

Ausgerichtet ist die Saisonplanung auf den Höhepunkt, die Weltmeisterschaften. Sie beginnen in 167 Tagen, am 12. August, und gehen dieses Jahr in Norwegen über die Bühne. Anders als in den Vorjahren stehen dieses Jahr nur ein Mittel- und ein Langdistanz-Rennen sowie der Staffelwettbewerb auf dem Programm. Während Kyburz in der Mitteldistanz und mit der Staffel bereits Weltmeister wurde, fehlt dem Fricktaler noch eine WM-Medaille in der Königsdisziplin.

«Selbstverständlich ist es wiederum mein Ziel, an den Weltmeisterschaften Edelmetall zu gewinnen», sagt Kyburz. Einfach wird dies aber keineswegs, denn: «In Skandinavien sind traditionell die Skandinavier sehr stark.» Um sich möglichst gut an die Eigenheiten der skandinavischen Wälder und Landschaften zu gewöhnen und an den Weltmeisterschaften konkurrenzfähig zu sein, wird Matthias Kyburz in den nächsten Monaten mehrere Wochen in Norwegen verbringen und dort trainieren.

Nominiert als Sportler des Jahres

Während die sportlichen Höhepunkte in diesem Jahr noch etwas auf sich warten lassen, könnte Matthias Kyburz noch diese Woche eine Ehre für die Erfolge der letzten Saison zuteilwerden. Die WM-Silbermedaille mit der Staffel, die vier Europameisterschaftsmedaillen (zweimal Gold und zweimal Silber) und der Sieg im Gesamtweltcup führten dazu, dass Kyburz erneut als Aargauer Sportler des Jahres nominiert ist. Die Publikumswahl läuft noch bis morgen Mittwoch, eine Stimmabgabe ist unter anderem im Internet unter www.aargauerzeitung.ch möglich. Er habe natürlich versucht, in seinem Umfeld und via Social Media Werbung für die Wahl zu machen, sagt Kyburz. In den vergangenen Jahren, als er mehrfach auch schon nominiert war, hat es bislang nicht zum Titel gereicht. Die Hoffnung, dass es dieses Mal klappen könnte, hat Kyburz aber deswegen nicht aufgegeben.

Er verweist auf seine Konstanz in den letzten Jahren. «Es wäre für mich eine schöne Anerkennung und eine Würdigung für meine Erfolge», sagt er. Entgegennehmen könnte er den Preis an der Gala am kommenden Freitag nicht persönlich. «Wir sind dann leider bereits im Trainingslager in Portugal», so Kyburz. Schliesslich soll die Basis für eine weitere erfolgreiche Saison gelegt werden.