Zwei Starts, zwei Goldmedaillen: Das ist die Zwischenbilanz des Möhliner Orientierungsläufers Matthias Kyburz an den Europameisterschaften im Tessin. Im Sprint siegte der Fricktaler zeitgleich mit seinem Teamkollegen Daniel Hubmann, über die Mitteldistanz lief er auf seine Konkurrenten einen Vorsprung von 70 Sekunden und mehr heraus. «Das war ein toller Start in diese Titelkämpfe», zieht Kyburz eine erste Zwischenbilanz. «Ich wusste, dass eine Top-Platzierung möglich ist, wenn ich meine Leistung abrufen kann. Aber dass es zweimal so gut aufgeht, dafür muss viel zusammenpassen.»

Besonders speziell war für Kyburz dabei der Ex-aequo-Sieg. Sein Teamkollege Hubmann und er haben beide schon viele Siege gefeiert. «Wir wissen jeweils, dass wir einander schlagen müssen, um eine Top-Platzierung zu erreichen», so Kyburz, «umso schöner ist es, dass wir nun gemeinsam feiern konnten.»

Langes, hartes Rennen

Mit diesen zwei Goldmedaillen ist Kyburz mittlerweile vierfacher Welt- und fünffacher Europameister. Und doch hat sein Palmarès noch eine Lücke: Eine Medaille in der Königsdisziplin, der Langdistanz fehlt ihm. In der Vorbereitung hat er den Fokus deshalb stärker auf die Langdistanz gelegt, wie er vor dem Beginn der EM gegenüber der AZ sagte. Ist nun nach den beiden Siegen der Druck vor dem Langdistanz-Rennen vom Sonntag gestiegen? Oder kann Kyburz nun ganz befreit laufen? «Druck verspüre ich nicht», sagt Kyburz an seinem zweiten Ruhetag am Freitag. Die Erwartungen seien zwar hoch, aber er sei zuversichtlich, dass ihm erneut ein guter Lauf gelinge. «Ich weiss jetzt, dass meine Form stimmt und ich will am Sonntag etwas zeigen.» Nun gelte es, die richtige Einstellung zu finden. «Uns erwartet ein langes Rennen, an dem wir voll ans Limit gehen müssen. Ich hoffe, dass ich dann noch genügend Körner habe.» Einen Teil seiner Körner wird Kyburz bereits am Samstag brauchen, wenn er mit der Männerstaffel im Einsatz steht. Das Ziel die klar: eine Medaille.

An den Ruhetagen ging es deshalb vor allem darum, sich zu erholen – und mit Trainern und Teamkollegen über mögliche Routen zu spekulieren. Start und Ziel sind bekannt und auch die Anzahl Posten und die Distanz kennen die Athleten im Voraus. «Anhand von alten OL-Karten kann man da schon versuchen Bahnleger zu spielen», so Kyburz. Es gebe sicher viele steile Hänge mit insgesamt bis zu 1000 Höhenmetern zu bewältigen. Und es werde sicherlich viele längere Laufabschnitte mit unterschiedlichen Routenvarianten geben.