Doch nicht nur Unterhaltungsmusik hatte die Formation mitgebracht, sie zeigte auch kabarettistische Einlagen und ein herrliches Showprogramm mit Tanz und Gesang. Sehr humorvoll dazu die Moderation des Klarinettisten Severin Gysin. Ein Abend mit Fantasie, mitreissend und voller Pep – entsprechend gross war der Applaus vom Publikum.

Gleich am Anfang ging musikalisch so richtig die Post ab beim Marsch, der dem Politiker und Bundespräsidenten Rudolf Gnägi gewidmet ist. Aus seiner Amtszeit als Verteidigungsminister stammt der olivgrüne Pullover für die Truppe, er war Mitglied der Studentenverbindung Concordia.

Nun, da es auch im Fricktal endlich Winter ist, fühlt sich auch die Eiskönigin wohl. Passend dazu die «Symphonic Highlights from Frozen» (arrangiert von Stephan Bulla), ein Medley aus dem Animationsfilm «Frozen», eindrücklich und imposant interpretiert. Ein grandioses Solo spielte danach Johannes Schreiber auf seiner Trompete in «Nessun Dorma» aus Puccinis Oper «Turandot». Da geht es um Leben und Tod, als Kalaf vor 3000 Jahren in China der Prinzessin nur dann das Eheversprechen zurückgeben wollte, wenn sie seinen Namen herausfindet. Alle Untertanen sind in der Nacht unterwegs – niemals schlafen ist der Befehl von Turandot. Sehr emotional dazu das Orchester.

Kabarettistisches Talent

Weiter ging es nach Schottland mit den getragen andächtigen Klängen von «Highland Cathedral» (Michael Korb, Uli Roever), im Original eine bekannte, populäre Dudelsackmelodie. Der griechische Komponist Vangelis, bekannt auch als Pionier der elektronischen Musik, schuf die Filmmusik zu «Chariots of Fire», die auch zur Eröffnung der Olympischen Sommerspiele 2012 erklang. Eine ausgezeichnete Gelegenheit für Bence Tóth und Fabio Sacher an Keyboard und Klavier, die mit dem allergrössten Vergnügen begriffsstutzig und zerstreut ihr kabarettistisches Talent spazieren führten.

Ein Hochgenuss in Jazz und Swing das lustvoll geschmetterte «Sing Sing» mit grandiosen Soli einzelner Instrumente. Aus einer eher eintönigen Stempelarbeit eines Soldaten beim Militär – Bum, Bum – schrieb Wilhelm August Jureck den fetzigen «Deutschen Regimentsmarsch», mit Pfiff vorgetragen. 1976 wurde die bekannte Rockband Toto gegründet, die gemeinsam mit der Musikgesellschaft an diesen Abend in Wegenstetten ein Stelldichein hatte. Fetzig die Schlagzeuge, spannend die Rocksoli, einmalig die Shuffle-Rhythmen. Zum Schluss gab es Party pur, rasant, modern, ein Augen- und Ohrenschmaus die fantastischen Posaunensoli. (Ari)