Die Glückszahl von Urs Jost hat vier Ziffern: 7312. Seit genau einem Monat bedient der grenzüberschreitende Stadtbus 7312 auch die Quartiere Kapuzinerberg und Engerfeld.

Damit konnte die letzte Lücke im öV-Netz der Stadt geschlossen werden – und für Jost ging ein Traum in Erfüllung, für den er mehr als 20 Jahre gekämpft hatte. Immer wieder sprach er auf dem Stadtbüro vor, blieb hartnäckig und sammelte 2011 zusammen mit weiteren Anwohnern Unterschriften für eine Anbindung der beiden Quartiere ans öV-Netz. 440 Unterschriften kamen damals zusammen. «Eine lange Zeit», blickt er zurück. «Aber es hat sich gelohnt.»

Mit der neuen Streckenführung ist Jost, wen wunderts, «vollauf zufrieden.» Der Stadtbus, der halbstündlich verkehrt, wird neu nach dem Stadtpark gesplittet. Einmal fährt er die alte Route via Kohlplatz, einmal über die neue Strecke via Kapuzinerberg und Engerfeld.

Bus bringt Mobilität

«Seit der Bus unser Quartier bedient, gehen wir mehr ins Städtchen», zieht Ehefrau Marianne Jost eine erste Zwischenbilanz. Gerade nach dem Einkaufen sei sie froh, den Bus nehmen zu können.

Denn der Weg vom Städtchen hinauf zum Kapuzinerberg ist nicht ohne. «In unserem Quartier wohnen viele ältere Menschen», sagt Urs Jost. «Sie sind dank der Busverbindung mobiler.» Eine gute öV-Anbindung trage auch dazu bei, dass man länger im eigenen Haus wohnen bleiben könne.

Die neue Linienführung ist vorerst auf drei Jahre befristet. Dann wird Bilanz gezogen. Geht die Zahl der Stadtbus-Fahrgäste – aktuell sind es an die 1000 pro Werktag auf Schweizer Seite – nicht wesentlich zurück, fährt auch danach jeder zweite Bus via Kapuzinerberg und Engerfeld; sinkt die Passagierzahl markant, muss man über die Bücher.

«Es liegt also an den Anwohnern, ob die neue Linie bleibt», verdeutlichte es Stadtrat Walter Jucker auf einer Pressefahrt Mitte Dezember. Urs Jost, der bei dieser Jungfernfahrt ebenfalls an Bord war, hörte die mahnenden Worte – und wurde bereits aktiv.

Er rührt im Quartier kräftig die Werbetrommel für den Bus, hat Aushänge verteilt und bei der Südbadenbus GmbH, die den grenzüberschreitenden Stadtbus betreibt, einen Flyer angeregt.

Bislang ging die Rechnung auf. Für eine erste zahlenmässige Bilanz sei es zwar noch zu früh, sagt Stadtschreiber Roger Erdin auf Anfrage. «Der Betrieb des Kapuzinerbergbusses ist aber gut gestartet.»