Gestern Nachmittag richteten die Jugend- und Familienberatung, der Schulpsychologische Dienst Aussenstelle Frick, die Schulsozialarbeit, das KJP Ambulatorium Rheinfelden und das Familiengericht Laufenburg die erste Netzwerkveranstaltung zum Thema Kindesschutz aus. Im Schulhaus Blauen in Laufenburg fanden sich über 100 Vertreter aus Gemeinden, den Schulen und aus dem Bereich der sozialen Arbeit ein. «Wir haben uns hier getroffen, um die Angebote im Kindesschutz im Bezirk Laufenburg vorzustellen sowie die Zusammenarbeit der Fachstellen im Dienste des Kindeswohls aufzuzeigen und zu optimieren», eröffnete Siegbert Jäckle, Gesamtschulleiter der Schule Brugg, den Anlass.

Die Tagung sei auch ein Versuch, durch das Aufeinandertreffen von Experten Fachwissen zu einem sensiblen und schwierigen Thema zu versammeln und Fragen zu beantworten so Jäckle. «Wo liegt die Grenze zur Kindeswohlgefährdung, wie melde ich einen Fall und wie weiss ich, wie es um den gemeldeten Fall steht – sind nur einige der Fragen.»

Jeder kann Meldung machen

Jürg Caflisch, Fachrichter am Familiengericht Laufenburg führte aus, dass jede Person sich an die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) wenden kann, wenn ihres Erachtens Kinder gefährdet sind und diese möglicherweise behördliche Hilfe brauchen. Behörden, Ämter und Gerichte seien zur Meldung verpflichtet. «Die Kesb tätigt mithilfe der Gemeinden die notwendigen Abklärungen und entscheidet, ob Massnahmen zum Schutz des Kindes notwendig sind. Dies ist nur der Fall, wenn die Eltern die Kindeswohlgefährdung nicht selber bewältigen können und wollen», erklärt Caflisch.

Generell gebe es drei Punkte bei denen per Definition das Kindeswohl gefährdet sei: «Vernachlässigung, körperliche oder seelische Misshandlung und sexueller Missbrauch», nennt sie Caflisch. Habe eine Lehrperson beispielsweise einen Anfangsverdacht, dass eine Vernachlässigung vorliege, sei es aber nicht gleich der beste Weg, eine vorschnelle Gefahrenmeldung zu machen. «Zuerst sollte man versuchen, das Gespräch mit dem Schüler und den Eltern zu suchen. Danach können die Schulsozialarbeit und weitere Fachstellen herbeigezogen werden», sagt Caflisch. «Ein Gefahrenmeldung sollte gemäss dem Subsidiaritäts-Prinzip immer der letze Schritt sein. (dka)