Eigentlich sollte Oberes Fricktal zum Gemeindenamen werden. So sollte die neue Gemeinde nach der geplanten Fusion von Bözen, Effingen, Elfingen und Hornussen (BEEH) heissen. Der Name war mittels einer Bevölkerungsumfrage in den vier Gemeinden erkoren worden. Er erhielt – bei 760 eingegangen Antworten – 359 Stimmen und lag damit deutlich vor den Namen Rebthal (142), Böztal (135) und Unterberg (73).

Doch der Name sorgte für Kritik. Vor allem im Bezirk Laufenburg, der zusammen mit den Gemeinden des Bezirks bis zum Bözberg als oberes Fricktal bezeichnet wird. Zudem wandte sich auch Landammann Urs Hofmann, Vorsteher des Departements Volkswirtschaft und Inneres, mit einem Brief an die BEEH-Gemeinden. Hofmann empfahl darin, die Namensgebung nochmals «einer sorgfältigen Prüfung zu unterziehen und mögliche Alternativen in Erwägung zu ziehen». Für den Regierungsrat sei klar, dass unter oberes Fricktal ein deutlich weiter gefasster Perimeter verstanden werde als die vier involvierten Gemeinden.

Umfrage bei Gemeinderäten

Mittlerweile hat der Projektausschuss den regierungsrätlichen Ratschlag beherzigt und es ist klar, dass die neue Gemeinde – sollte es zur Fusion kommen – nicht Oberes Fricktal heissen wird. In einer zweiten Bevölkerungsumfrage stehen nun die drei Namen zur Wahl, die letztes Jahr hinter Oberes Fricktal rangierten: Rebthal, Böztal und Unterberg. Die Abstimmung läuft bis zum 25. April (die AZ berichtete).

Im Bezirk Laufenburg wird die Entscheidung, von Oberes Fricktal als Gemeindenamen abzusehen, begrüsst. «Wir sind sehr erfreut, dass man nun nach einem anderen Namen sucht», sagt etwa Roger Fricker, Gemeindeammann von Oberhof und Präsident der Gemeindeammännervereinigung des Bezirks Laufenburg. «Oberes Fricktal bezeichnet einen grösseren Raum», betont er, «das Gebiet geht von Schwaderloch bis Sisseln und von Wittnau bis Gansingen.»

Die Namenswahl sei in der Gemeindeammännervereinigung ein Thema gewesen, so Roger Fricker weiter. Der Vorstand habe dann beschlossen, eine Umfrage bei allen Mitgliedern zu machen. Jeder einzelne Gemeinderat, nicht nur die Ammänner, konnte sich äussern. Die Mehrheit habe geantwortet und sich dabei fast unisono gegen den Gemeindenamen Oberes Fricktal ausgesprochen. Roger Fricker betont, es sei den Gemeindevertretern ausschliesslich um den Namen gegangen. «Wir wollten nicht die Fusion verhindern.»

Projekt gut aufgegleist

«Ich bin froh, dass die Fusionsgemeinde dereinst anders heissen wird», sagt auch Thomas Treyer, Gemeindeammann von Herznach. Er sei erstaunt gewesen, als der Name ins Spiel gebracht und vom Bundesamt für Landestopografie als möglich taxiert worden sei. Das zeige, dass man dort die regionalen Verhältnisse nicht genau kenne. «Das obere Fricktal ist eine Region, die mehr umfasst, als die vier Gemeinden.»

Auch Christian Fricker, Präsident des Planungsverbandes Fricktal Regio, ist froh, dass nun ein neuer Name gesucht wird. Er verweist neben dem geografischen Aspekt auch darauf, dass Institutionen wie etwa die Regionalpolizei und Gemeindeverbände den Begriff oberes Fricktal im Namen führen. Insofern hätte ein Gemeindename Oberes Fricktal gar irreführend sein können, so Christian Fricker. Gegen die drei nun vorliegenden Namensvorschläge gebe es «von unserer Seite her sicher keine Einwände», so der Fricktal Regio-Präsident weiter. Die Wahl müssten nun die Einwohner der vier Gemeinden treffen.

Weiter sagt Christian Fricker, er freue sich über das Fusionsprojekt. «Es ist in meinen Augen gut aufgegleist und die Abklärungen wurden gründlich gemacht.» Er habe Vertretern der vier Gemeinden deshalb auch schon zu ihrem Mut gratuliert, dass sie das Projekt und die damit verbundene Arbeit in Angriff genommen haben. «Deshalb wäre es auch sehr schade gewesen, wenn der Grosse Rat letztlich Einwände gegen den Namen angemeldet und die Fusion nicht gutgeheissen hätte», so Christian Fricker.