Trotz brütender Hitze tanzen die Besucher auch im prallen Sonnenschein vor der als Grand Hotel mit Kronleuchtern dekorierten Hauptbühne. Andere lümmeln im Schatten und geniessen die Auftritte der Bands ohne schweisstreibende Bewegung.

Beim letzten Sichtfeld Openair kamen rund 3500 Besucher nach Gipf-Oberfrick, und auch diesmal zählten die Organisatoren wieder 3500 Besucher bei dem Musikfestival mit besonderer Kulisse. Mario aus Frick kommt jedes Jahr an das Openair. Schon zu Zeiten, als es noch gar nicht Sichtfeld hiess, erklärt er.

Für ihn ist diesmal das musikalische Highlight der Auftritt von Emilia Anastazja aus Basel auf der kleinen Bühne. Die Besucher nehmen mitunter auch weite Wege auf sich. Karin und Svenja sind aus Bern angereist. Sie kannten das Festival noch nicht. Eine gemeinsame Freundin, die beim Festival mithilft, hat sie gefragt, ob sie kommen. Beide sind begeistert von der schönen Kulisse, in die das Sichtfeld Openair gebettet ist.

100 Leute halfen beim Aufbau

Das Sichtfeld Openair wird seit 2012 vom gleichnamigen Verein organisiert und findet zum zweiten Mal in Gipf-Oberfrick statt. Besonders originell ist das wechselnde Motto des Events, der im vergangenen Jahr mit dem Thema Universum für einen spacigen Hintergrund sorgte, während das diesjährige Sichtfeld im historischen Örtchen Feldingen stattfindet, wo Bars mit unterschiedlichen Angeboten in der Kirche, der Markthalle, der Poststation oder dem Bergwerk untergebracht sind.

Auch in der Bibliothek, im Kolonialwarenhandel, in der Moschterei und natürlich in der Taverne Zur Flöte werden Getränke ausgeschenkt. Im Moulin Rouge, im Theater und im Café «Max und Moritz» gibt es ganz Unterschiedliches zu essen. «Beim Aufbau waren 100 Leute im Einsatz – die haben geschwitzt», erklärt OK-Präsident Rainer Demmler. Für den Aufbau der liebevoll gestalteten und schön dekorierten Hütten hatten die Helfer nur zehn Tage Zeit.

Musik im Vordergrund

Im historischen Dorf kommt ein bunt gemischtes Publikum zusammen. Junge Erwachsene überwiegen, aber auch ältere Besucher und Kinder tummeln sich dort. Für Kinder wird am Samstag ein Kindernachmittag geboten, wo Schminken, Basteln und vor allem Toben in der historischen Kulisse geboten sind.

Im Vordergrund steht beim Sichtfeld Openair aber die Musik. Zahlreiche deutsche, französische und Schweizer Interpreten zeigten ihre Kunst. Arbajo Jairus & them Lovers machten den Auftakt am Freitagabend. 14 Acts wie Toni L & DJ Haitian Star, Shantel & Bucovina Club Orkestar, Troupas Kater, Tequilla Boys Don’t Kill the Beast und Fraîche boten auf den zwei Bühnen Musik quer durch alle Genres, während in den Bars verschiedene DJs auflegten.

Bei der Open Mic Session konnten auch Besucher auf der Bühne ihre Wortgewandtheit unter Beweis stellen oder sich bei der Beer Pong Championship austoben. «Trotz heissem Wetter hat das super funktioniert», zog Demmler gestern Sonntag sein Fazit.