Es gibt in jeder Gemeinde Stichworte, die den Puls einiger Einwohner in die Höhe schnellen lässt. In Frick lautet ein solches Stichwort: öffentliche Parkplätze. Gerade das Gewerbe ist «not amused», dass im Dorfzentrum oberirdische Parkplätze verschwunden sind – oder mit dem neuen Gestaltungskonzept für die Hauptstrasse noch verschwinden könnten.

Nun sorgt derzeit aber ein einzelner Parkplatz, dem keine Verschwindibus-Gefahr droht, für Unmut. Er liegt beim Restaurant Rebstock. Der Parkplatz gehört der Gemeinde – sie hat das Grundstück samt Restaurant vor zweieinhalb Jahren gekauft – und wird mit einer zentralen Parkuhr bewirtschaftet. Insgesamt bietet der Parkplatz 28 Fahrzeugen Platz.

Der eine Parkplatz, um den es geht, ist der erste, wenn man auf den Platz fährt. Er ist breiter als die anderen und Menschen mit einer Behinderung vorbehalten. Darauf weist ein spezielles Parkschild hin und dieses fordert Menschen mit einer Behinderung gleichzeitig auf, die zentrale Parkuhr ebenfalls zu bedienen. Diese Uhr will, anders als jene auf dem Widenplatz, von der ersten Minute an gefüttert werden. Auf dem Widenplatz ist die erste Stunde gratis.

So weit, so gut. Nur: Wer mit dem Rollstuhl zur zentralen Parkuhr rollt, staunt. Denn zum einen ist das Terminal gut 1,3 Meter über dem Parkplatzniveau. Zum anderen grenzt eine fünf Zentimeter hohe Kante die Parkuhr von der Parkplatzfläche ab; die Parkuhr ist zudem 65 Zentimeter von der Bordsteinkante nach hinten versetzt. «Das ist ein Affront gegenüber Menschen mit einer Behinderung», ärgert sich ein AZ-Leser. «Diese Parkuhr kann ein Rollstuhlfahrer nicht bedienen.»

Er ist nicht der Einzige, der den Kopf schüttelt. «Das Problem mit der zu hoch stehenden Parkuhr ist uns bekannt», sagt Gemeindeschreiber Michael Widmer auf Anfrage der AZ. Man prüfe im Hinblick auf das Budget 2019, «ob es bauliche Massnahmen gibt, mit welchen ein behindertengerechter Zugang zum Münzautomaten ermöglicht werden kann».

Kulanz versprochen

Das nützt allerdings all jenen Menschen mit einer Behinderung wenig, die ihr Fahrzeug jetzt auf dem Behindertenparkplatz parkieren und womöglich keinen Parkschein lösen können. Die Gemeinde verspricht, kulant zu sein. «Sollte es bis zu einer besseren Lösung zu einer Situation kommen, bei welcher jemand aus diesem Grund gebüsst würde, so setzt sich die Gemeinde für eine kulante Lösung ein», sagt Widmer und fügt an: «Wir bedauern es sehr, dass der aktuelle Zugang zur Parkuhr gerade für Menschen mit einer Behinderung nicht gut ist.»

Für «nicht gut», das wird in Leserbriefen immer wieder deutlich, hält so manch ein Gewerbetreibender auch die Parkplatzpolitik der Gemeinde. Kritisiert wird vor allem, dass auf dem Widenplatz etliche oberirdische Parkplätze verschwunden sind; hier entsteht derzeit der zweite Teil des Widenboulevards. Zwar kamen neue oberirdische Parkplätze – zum Beispiel jene beim «Rebstock» – und auch unterirdische hinzu, doch das sei, so monieren Gewerbetreibende, nicht dasselbe. Man fahre nicht in ein Parkhaus, um ein Brot oder eine Wurst zu kaufen.

Auch hier ist die Gemeinde aktiv. «Wir sind daran, einen Übersichtsplan zu erarbeiten, auf welchem sowohl die öffentlichen Parkplätze als auch alle Kundenparkplätze im Zentrum dargestellt werden», sagt Widmer. In diesem Sinne: Affaire, pardon: Parkplätze à suivre.