Die Kaiseraugster Rheinfähre besteht gemäss Fährordnung aus dem Jahr 1810 «von Alters her». 1866 wurde vom Handruder auf eine Drahtseilfähre umgestellt, die bis im August 1912 in Betrieb war. Dann wurde sie durch eine Motorfähre ersetzt.

Ortsbürgergemeinde seit 1995 am Ruder

Mit der Eröffnung des Fussgängerstegs über das Wehr des Kraftwerkes Augst-Wyhlen im Sommer 1994 änderten sich die Bedingungen grundlegend und es stellte sich die Frage nach der Weiterführung der «Fähri». Per 1. April 1995 übernahm die Ortbürgergemeinde Kaiseraugst den Fährbetrieb und trägt seither das jährliche Defizit. Der Fährbetrieb zwischen Kaiseraugst und dem deutschen Herten hat sich in den letzten Jahren sowohl durch den fahrplanmässigen Betrieb als auch durch die Sonderfahrten als kulturelles Angebot beidseits des Rheins etabliert.

Der Grundbeitrag der Kaiseraugster Ortsbürger belief sich bisher auf jährlich 13 500 Franken. Die Stadt Rheinfelden Baden leistet ebenfalls einen jährlichen Beitrag in der Höhe von 4350 Euro, umgerechnet etwa 5300 Franken. Von 2009 bis 2014 machte der Mehraufwand beim Fährbetrieb durchschnittlich 34 700 Franken aus, da beachtliche Investitionen in den Boots- und Gebäudeunterhalt sowie in die Werbung für die Fähre getätigt wurden.

Beitrag künftig 50 000 Franken pro Jahr

Die letztmals am 10. Dezember 2004 von der Ortsbürger-Gemeindeversammlung für 10 Jahre bewilligte Defizitgarantie läuft nun aus. Um den Fährbetrieb weiterhin zu ermöglichen, musste ein neuer Entscheid gefällt werden für die Weiterführung der Beitragsleistungen. So stimmten die 58 an der Gemeindeversammlung beteiligten Ortsbürgerinnen und Ortsbürger (stimmberechtigt sind total 194) dem gemeinderätlichen Antrag zu, den garantierten (Defizit-)Be(i)trag für 2015 bis 2024 zu bewilligen und ihn gleichzeitig auf 50 000 Franken pro Jahr heraufzusetzen.

Dieser Entscheid wird freilich nicht nur den ehemaligen Kaiseraugster Gemeindepräsidenten Max Heller freuen, der von der «Fähri» sagte: «Sie gehört zu unserem Dorf und ist nicht mehr wegzudenken. Es handelt sich um ein Kulturgut

im wahrsten Sinne des Wortes.»