Knapp 30 Meter ging es zunächst über eine steile Fluchttreppe hoch. Der Rundgang durch das neu eröffnete Holzheizkraftwerk, das der Energiedienstleister Engie und das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ) auf dem Gelände der DSM betreiben (die AZ berichtete), beginnt oben. Maximal 60 Besucher durften gleichzeitig in die Anlage, welche die DSM mit 525 Grad heissem Dampf für ihre Produktion versorgt. Engie-Betriebsleiter Markus Heitz erklärte, dass im geschlossenen Kreislauf der Dampf als abgekühltes Kondensat wieder zum Holzheizkraftwerk zurückkommt, um wieder aufgeheizt zu werden. Pro Stunde verbraucht die Anlage 45 Kubikmeter Holzhackschnitzel. Geplant sei der Dauerbetrieb. «Die Industriebetriebe haben ganzjährig Bedarf», sagte Heitz. Die Besucher verliessen die Anlage wieder im Erdgeschoss.

Gross war das Interesse am Tag der offenen Tür des DSM-Werks in Sisseln – und trotz laufender Produktion konnten die Besucher sich auf weiten Teilen des Geländes frei bewegen und verschiedene Gebäude betreten. Unweit des Holzheizkraftwerks präsentierte die Betriebsfeuerwehr ihre Einsatzfahrzeuge, die Daru-Wache AG stellte ihre Arbeit als Werkschutz vor, die Auszubildenden hatten einen Rundgang zu den Ausbildungsmöglichkeiten als Chemie- oder Pharmatechnologe, Laborant, Logistiker oder Automatiker gestaltet.

Mit zehnminütigen Besucherfahrten liess sich das ganze Gelände erkunden und im zentralen Festzelt sorgten The Mojo Swamp, die Freaktal Singers und die Drumschool Basel für musikalische Unterhaltung. Auch ein Zauberer und ein Pantomime traten auf.

1000 Besucher nach einer Stunde

120 Helfer seien am Tag der offenen Tür im Einsatz, sagte Direktionsassistentin Anita Fechtig. Erste Gedanken über einen Tag der offenen Tür gab es schon 2015 zum 50-Jahre-Jubiläum des Standorts. Damals wurde der Tag der offenen Tür allerdings nicht verwirklicht. Die Eröffnung des Holzheizkraftwerks war der Anlass, nun der Öffentlichkeit den Besuch zu ermöglichen, erklärte Fechtig. Rund 1000 Mitarbeiter sowie weitere Mitarbeiter von Fremdfirmen sind am Standort beschäftigt, wo die DSM Vitamin A und Vitamin E produziert. Schon am Morgen herrschte ein grosser Besucherandrang und nach einer Stunde waren am Einlass schon 1000 Besucher gezählt worden. Fechtig erzählte, dass die Gruppenführungen durch die Vitamin-E-Produktion aufgrund des Interesses von zehn auf 20 Personen aufgestockt werden mussten.

Produktion wurde erklärt

Der DSM-Standort Sisseln ist laut dem Firmenflyer die weltweit grösste Produktionsanlage für Vitamin A. «Das ist das zweitälteste Gebäude des Standorts. Es wurde 1965 erbaut. Es ist wie in einer grossen Küche», führte Fechtig aus. Betriebsleiter Sebahaddin Bayrak erklärte, wie aus der chemischen Verbindung TMP unter Oxidation mit reinem Sauerstoff und Hinzusetzung von Wasserstoff zunächst TMQ und dann TMHQ entsteht, welches ein erster Rohstoff für die Produktion von Vitamin E ist. Der zweite Rohstoff Isophytol kommt aus dem DSM-Werk Lalden.

Der Tag der offenen Tür kam bei den Besucher gut an. Um 14.30 Uhr hatte der Einlass 3750 Personen gezählt. «Das war sehr interessant, informativ und gut erklärt», meinte ein Besucher aus Wehr nach dem Rundgang durch die Vitamin-E-Produktion.