Die Schrebergärtner des Familiengarten-Vereins Breitmatt müssen ihr über Jahre hinweg geschaffenes Paradies in der Nähe der Brauerei Feldschlösschen verlassen. Letzten Frühling erhielten die 27 Vereinsmitglieder die Kündigung auf Mitte November 2018. In Gesprächen konnten sie danach wenigstens aushandeln, dass sie das Land in der Breitmatt bis im September 2020 nutzen können (die AZ berichtete).

43 neue Familiengärten

Schon damals stellte Stadtschreiber Roger Erdin in Aussicht, dass die Stadt den Schrebergärtnern Ersatz in der Familiengartenzone Neuland schaffen könne. Dies wird nun umgesetzt. Ab Freitag liegt auf dem Stadtbauamt das Baugesuch zur Erweiterung der Familiengartenzone Neuland auf. Geplant sind eine Verlängerung der Lärmschutzwand, der Neubau eines WC-Containers und 23 Parkplätze. Die Arbeiten sollen im Herbst ausgeführt werden. Voraussichtlich ab Oktober könnten dann die neuen Familiengärten eingerichtet werden, sagt Roger Erdin.

Derzeit hat es im «Neuland» rund 150 Familiengärten. Mit der Erweiterung sollen 43 hinzukommen. «Die Personen und Familien, die einen Familiengarten in der Breitmatt gepflegt haben, haben ein Angebot für eine neue Gartenparzelle im Familiengarten Neumatt erhalten», so Erdin weiter. Erdin rechnet aktuell mit zehn bis zwölf Umzügern. Weiter seien auch jene angeschrieben worden, die sich auf der Warteliste für den Familiengarten Neuland befinden.

Verein wird aufgelöst

Josef Mietrup vom Familiengarten-Verein Breitmatt sagt: «Knapp die Hälfte des Vereins wird zügeln.» Viele ältere Mitglieder hätten dagegen nicht den Elan, auf einem neuen Grundstück noch einmal von vorne anzufangen. Mietrup geht davon aus, dass die ersten noch in diesem Jahr mit dem Umzug beginnen. Der Familiengarten-Verein Breitmatt werde aufgelöst, so Mietrup. «Wer zügelt, wir Mitglied im Verein Neuland». Mietrup begrüsst, «dass wir eine Zeit lang beide Grundstücke parallel nützen können. Man kann ja nicht in einem Tag zügeln.»

Mit der Kündigung in der Breitmatt hat sich Mietrup mittlerweile abgefunden, auch wenn er sie immer noch für «unvernünftig» hält. Sorgen macht ihm aber das bevorstehende Aufräumen. Einerseits könnten die betagten Mitglieder dies kaum alleine bewerkstelligen und andererseits bringe gerade die Entsorgung Kosten mit sich. Der Verein habe deshalb ein Gesuch um finanzielle Unterstützung an die Stadt gestellt, so Mietrup.