Das ehemalige Alters- und Pflegeheim Kloos steht nun bereits seit gut drei Jahren leer. Damals, Anfang 2016, zügelten die 21 Bewohner in das Alterszentrum im neu erstellten Salmenpark. Mit dem Umzug endete die 124-jährige Geschichte des früheren Siechenhauses als Alters- und Pflegeheim.

Die Frage war nun: Was passiert mit dem Gebäude, das der Stadt gehört? Ein Verkauf stehe derzeit nicht zur Diskussion, sagte Stadtschreiber Roger Erdin Mitte Januar 2016 zur AZ. «Wir wollen die Liegenschaft vermieten.»

Daran hat sich bis heute nichts geändert; ein Mieter ist indes immer noch nicht gefunden. Das hat verschiedene Gründe. Einer ist, dass sich verschiedene Pläne nicht realisieren liessen. «Das Gebäude wurde über ein Jahr für ein Wohnheim für unbegleitete minderjährige Asylsuchende freigehalten», sagt Erdin.

Nachdem der Kanton Aargau im Herbst 2017 von diesem Projekt Abstand genommen habe, prüfte die Stadt die Unterbringung von erwachsenen Asylsuchenden. «Die Zahl neuer Asylsuchender ist jedoch rückläufig», so Erdin. Der Kanton habe deshalb Mitte 2018 mitgeteilt, dass die Berechnung der Zuweisungsquote überprüft werde und bis zum Ende der entsprechenden Gesetzesrevision keine Zuweisungen an die Gemeinden verfügt würden. «Die Unterbringung von Flüchtlingen ist deshalb im Moment kein Thema mehr.»

Nachdem sich die möglichen Nutzungen für Flüchtlinge zerschlagen haben, prüfte die Stadt auch andere Ideen – etwa für ein Hostel, also eine preisgünstige Herberge, oder ein Studentenwohnheim. «Für beide Ideen konnten aber bisher keine Partner gefunden werden», sagt Erdin.

Potenzialanalyse im Gang

Für die private Nutzung einzelner Räumlichkeiten habe es zwar verschiedene Interessenten gegeben, so Erdin. «Insgesamt liess sich bisher aber keine umfassende Vermietungs-Lösung realisieren.»

Aktuell prüft die Stadt andere Nutzungen im Rahmen einer Potenzialanalyse über mögliche Gebäude- und Arealentwicklungen. «So ist unter anderem der Bau von Alterswohnungen eine interessante Idee», sagt Erdin.

«Einen interessanten Gedanken» findet der Stadtschreiber auch die Idee, das Gebäude als Alters-Wohngemeinschaft zu nutzen. Davon war erstmals im letzten Herbst im Umfeld einer Veranstaltung zu Altersfragen die Rede. «Sollte eine interessierte Trägerschaft mit diesem Anliegen an die Stadt gelangen, würden wir dies sicherlich prüfen», sagt Erdin. Das Gebäude wäre von seiner Grundstruktur «möglicherweise geeignet», meint der Stadtschreiber, «wobei zu bedenken ist, dass der Ausbaustandard heute eher bescheiden ist». Eine Herausforderung dürfte es sein, eine zweckmässige Organisation und Trägerschaft zu finden.

Angestrebt wird nach wie vor eine Mietlösung. «Die Liegenschaftsstrategie der Stadt sieht keinen Verkauf von gemeindeeigenen Liegenschaften vor», so Erdin. Vor diesem Hintergrund sei ein Verkauf derzeit kein Thema.