Im November 2016 genehmigten die Stimmberechtigten in Herznach einen Kredit in der Höhe von 18 000 Franken für die Einführung eines Lotsendienstes für Schulkinder. Allerdings fanden sich bis jetzt nicht genügend Freiwillige, die den Lotsendienst an fünf Vormittagen und zwei Nachmittagen übernehmen wollten.

Die Einführung des Lotsendienstes wurde deshalb sistiert. Nun ist klar: Der Lotsendienst wird gar nicht eingeführt. Dennoch präsentiert die Gemeinde nun eine Lösung, die den Kindergarten- und Schulkindern eine sicherere Überquerung der viel befahrenen Hauptstrasse ermöglichen sollen.

Haltestellen signalisiert

Herznach setzt ab dem kommenden Montag auf den sogenannten Pedibus, einen Begleitdienst für Kinder, der bislang vor allem in der Romandie und im Tessin bekannt ist. «Der Pedibus funktioniert wie ein richtiger Bus – jedoch nicht auf Rädern, sondern auf Füssen», heisst in einem Brief der Schule an die Eltern von Kindergarten- und Schulkindern.

Konkret bedeutet dies, dass in der Nähe der Fussgängerstreifen Unterdorf und Oberdorf je zwei Pedibus-Haltestellen eingerichtet werden. Sie werden ausgeschildert und dienen als Warteraum. Dort finden sich die Kinder, die den Begleitdienst in Anspruch nehmen wollen, zu klar definierten Zeiten ein.

Der Pedibus-Chauffeur begleitet die Kinder dann in Gruppen von maximal sechs Kindern über die Strasse. Die anderen Kinder warten jeweils in der Wartezone, bis die Begleitperson zurückkommt.

Das Projekt in Herznach wurde – wie bereits der Lotsendienst – von der Elterngruppe Kunterbunt lanciert und nun in Zusammenarbeit mit Gemeinde, Schule und der Polizei Oberes Fricktal umgesetzt.

Der Pedibus wird künftig von Montag bis Freitag an den Vormittagen bei Schulbeginn und Schulschluss die Kinder über die Strasse begleiten. Zudem steht die Dienstleistung auch am Montag- und Diensttagnachmittag zur Verfügung. Die Eltern sind dafür verantwortlich, dass die Kinder rechtzeitig an der Pedibus-Haltestelle sind.

Doch weshalb nun Pedibus statt Lotsendienst? Der Pedibus sei für die Kinder wohl das grössere Erlebnis und brauche etwas weniger Personal als der Lotsendienst, erklärt Dilan Köpeli von der Gemeindekanzlei Herznach gegenüber der AZ.

Dies deshalb, weil man beim Lotsendienst wegen der Mittelinseln zwei Lotsen pro Fussgängerstreifen benötigt hätte. «Die Freiwilligen, die sich für den Lotsendienst gemeldet hatten, konnten als Pedibus-Chauffeure gewonnen werden», sagt Köpeli weiter.

Etwa zehn Personen seien mittlerweile von der Regionalpolizei als Pedibus-Chauffeure geschult worden. Sie haben überdies eine Leuchtweste für die bessere Sichtbarkeit erhalten.

Kreditsumme reicht aus

Ausser der Signalisierung der Haltestellen sind gemäss Köpeli keine weiteren baulichen Massnahmen nötig. An den Haltestellen gebe es bereits Unterstand-Möglichkeiten und die Eltern seien aufgefordert, die Kinder wetterfest zu kleiden. Die Einführung des Pedibus sei deshalb mit dem gesprochenen Kredit machbar.