Es ist ein Dreischritt. Rheinfelden wächst. Wachstum bringt Verkehr. Verkehr führt zu Stop-and-Go und, im schlechtesten Fall, zu langen Staus. Diese Dynamik zu durchbrechen, ist das Ziel jeder Gemeinde. Sie setzt dabei auf Verkehrsverflüssigung und Verkehrsverlagerung. «Die einzige Art, um die Autos von den Strassen zu bringen, ist dafür zu sorgen, dass das Angebot für den Langsam- sowie den öffentlichen Verkehr möglichst attraktiv ist», weiss der Rheinfelder Stadtrat Walter Jucker (SVP), der vor einer Woche zum neuen Vizeammann gewählt wurde.

Ein besonderes Augenmerk richtet Jucker dabei auf die Pendler. Denn sie sind für die Rückstaus (mit-)verantwortlich. Gelingt es, sie zum Umsteigen auf das Velo, den Bus oder den Zug zu bringen, «ist vieles gewonnen», so Jucker.

Gemeinsam in einem Auto

Im kommenden Jahr will die Stadt deshalb zusammen mit Unternehmen eine Mitfahr-Plattform lancieren. «Wir wollen Leute zusammenbringen, die vielleicht nicht im gleichen Unternehmen arbeiten, aber denselben Arbeitsweg haben», erklärt Jucker. Seine Hoffnung: «Dass so nicht mehr in jedem Auto nur eine Person sitzt, sondern zwei oder drei.»

Jucker weiss: «Um Menschen zum Umsteigen zu bewegen, braucht es Anreize.» Diese sind im System vorgesehen – mit Wettbewerben etwa oder «Zückerchen», wie es Jucker nennt. Ein solches kann sein, dass jene, die sich beteiligen, Parkplätze erhalten, die näher beim Eingang liegen. «Die Unternehmen sind hier gefragt», so Jucker.

30 000 Franken im ersten Jahr

Bereits evaluiert hat die Stadt den Anbieter für die Mitfahrplattform. Derzeit laufen die Anfragen an die Unternehmen. «Bis Ende Jahr wollen wir wissen, welche Unternehmen mitmachen», sagt Jucker. Wichtig ist ihm, dass kein Schindluder mit der Mitfahrapplikation getrieben werden kann. «Die Sicherheit ist für uns ein zentraler Aspekt», sagt er. Deshalb werde jeder, der mitmacht, ein Login bekommen. «Damit können wir sicherstellen, dass nur Personen Zugang zur Plattform haben, die von den Arbeitgebern auch als Mitarbeitende identifiziert sind.»

Gratis ist das neue Angebot nicht. Für die Mitfahrplattform hat die Stadt 30'000 Franken im Budget 2018 eingestellt. Die Umsetzung hängt also davon ab, ob der Souverän dieser Budgetposition an der Gemeindeversammlung im Dezember zustimmt. Jucker ist guten Mutes, zumal die Kosten in den Folgejahren auf 10 000 Franken pro Jahr sinken und das Projekt auf vier Jahre befristet ist. «Danach wollen wir Bilanz ziehen und schauen, ob und wie wir weitermachen.»

Läuft alles rund, so rechnet Jucker damit, dass die Mitfahr-Plattform Mitte 2018 starten kann. Er ist überzeugt: «Die Investition wird sich auszahlen.»