Die Trainingsleistungen im Vorbereitungslager zu den Weltmeisterschaften in den lettischen Wäldern stimmten Orientierungsläufer Matthias Kyburz positiv. «Alle Lichter standen auf Grün», erzählt Kyburz, der mit einem klaren Ziel nach Lettland reiste: eine Medaille im Einzel und mit der Staffel.

Aus dem Edelmetall in einer der drei Einzeldisziplinen wurde es nichts. Mit Platz 5 im Sprint – zwei Sekunden Rückstand auf den Bronzerang – und Platz 4 auf der Mitteldistanz – neun Sekunden Rückstand auf den Bronzerang – schrammte der 28-Jährige nur knapp am Podest vorbei. «Mit meiner Leistung in diesen beiden Disziplinen bin ich zufrieden. Ich bin das gelaufen, was ich kann. Dass es so knapp nicht für das Podest gereicht hat, ist natürlich schade», sagt Kyburz.

Das Feld von hinten aufgerollt

Erfolgreicher verlief für ihn der Ausgang der Staffel. Zwar wurde Kyburz von seinem Teamkollegen Daniel Hubmann mit einem Rückstand auf Rang 9 liegend auf die Schlussrunde geschickt, dennoch wusste Kyburz, dass noch nichts verloren war. «In diesem schwierigen Gelände verliert oder gewinnt man rasch eine Minute», sagt er.

Die Aufholjagd gelang bestens: Sukzessive verringerte er den Rückstand. Vor der langen Routenwahl kam es schliesslich zum Zusammenschluss von sieben Teams. «So eine verrückte Staffel habe ich selten erlebt», sagt er. Im steilen Schlussanstieg kämpft sich Kyburz nach vorne und besiegt den Franzosen im Zielsprint um die Silbermedaille. Lediglich vier Sekunden fehlen ihm am Ende auf den Schlussläufer der Norweger. «Klar, den hätte ich auch noch gerne eingeholt. Doch in Anbetracht der Ausgangsposition ist die Silbermedaille ein toller Erfolg», sagt Kyburz.

Nur Rang 8 auf der Langdistanz

An die Leistung aus der Staffel wollte Kyburz auch auf der abschliessenden Langdistanz anknüpfen. Gerade weil dies die einzige WM-Konkurrenz ist, in der dem Fricktaler das Edelmetall bisher verwehrt geblieben ist, liebäugelte er bei diesem Wettbewerb mit einer Medaille. Am Ende wurde es nur Rang 8. «Darüber bin ich schon etwas enttäuscht», sagt Matthias Kyburz. Zum einen habe er «mit dem Kompass nicht gut gearbeitet», zum anderen habe er schlechte Richtungsentscheidungen getroffen. «Irgendwie war während des Laufes der Wurm drinnen», resümiert er.

Viel Zeit, um sich darüber zu grämen, bleibt Kyburz nicht. Bereits am nächsten Wochenende steht die Schweizer Meisterschaft der Langdistanz in Glarus/Graubünden auf dem Programm, in der er die Konkurrenz hinter sich lassen will. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen bahnt sich im Sieg um den Gesamtweltcup zwischen Kyburz und seinem Landsmann Daniel Hubmann an. Bei noch fünf ausstehenden Läufen trennen beide nur zwei Punkte – für einen Sieg gibt es pro Lauf 100 Punkte. Eine Prognose wagt Kyburz, der den Gesamtweltcup zum dritten Mal hintereinander gewinnen könnte, nicht.