Der Verein Kul’Tour organisierte den Anlass in den Räumen der Tanzschule Eichenberger in Gipf-Oberfrick. Der Vorstand hatte das Lokal mit grossem Aufwand zu einem veritablen Kleintheater mit abgestufter Tribüne umgebaut.

Auf der Bühne wurde vor vollem Saal Grosses gespielt, und das von Anfang an: Auf urknallartigen Lärm folgte absolute Stille. Gespannt verfolgte das Publikum in der Dunkelheit während poetischen Momenten die Wege zweier tanzender Irrlichter, die sich schlussendlich fanden. Zwei Frauenfiguren, gespielt von Sabine Schädler (Schauspielerin und Sängerin) und Céline Oehen (Bewegungsschauspielerin), tauchten in die Welt der Grösse ein.

Sie erforschten versuchsweise die Posen betörender Diven, mächtiger Herrscherinnen und anderer wahrhaftiger Grössen. Sie durchlebten grossartige Momente und eigneten sich so selbst ein Stück Grösse an. Sie schmissen sich in tiefe Gefühle, spuckten leidenschaftlich grosse Töne und zeigten sich grossspurig und grosszügig jenseits aller Massstäbe.

Riesige Gebilde aus fragilem Material – spannend belebt durch das Lichtdesign von Minna Heikkilä – wurden rasend schnell aufgeblasen und lösten sich ebenso schnell wieder in ihre Bestandteile auf. Mit halbtransparenter Folie, einem Laubbläser und Altmetallstücken wurde Grösse so auch materiell und räumlich erlebbar.

Das Publikum wurde mitgerissen von grossen Gefühlen wie Angst, Wut und Freude, erlebte Liebe und Schmerz im abwechslungsweise witzigen, tragisch-komischen oder skurril-absurden Spiel der beiden Frauen. Sie führten die Zuschauer bis hin zur Grenze menschlicher Erfassung von Grösse. Eine Spur Unendlichkeit erfuhr das Publikum mit Raumsonde Rosetta auf dem Flug zum Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko auf der Suche nach der Lösung des Rätsels zum Ursprung des Lebens.

Und das Leben ging gleich grossspurig weiter mit dem anschliessenden Apéro in den Tanzschulhallen, wo die Träume vom Himmel fallen. Die Tanzschule Eichenberger lud das Kul’Tour– Publikum gleich zu ihrer monatlichen Tanzparty ein, beste Gelegenheit für die Theaterbesucher, selber in Bewegung zu kommen. (az)