«Es war finanziell gesehen ein schwieriges und unerfreuliches Jahr», führte Bernhard Horlacher, Präsident des Vereins für Altersbetreuung im Oberen Fricktal (VAOF) bei der Präsentation des Jahresabschlusses 2017 aus. Statt einer schwarzen Null, wie dies im Voranschlag vorgesehen war, resultierte ein Verlust von 780 000 Franken.

Ursache dafür ist ein massiver Einbruch bei den Einnahmen. Eine starke Zunahme von Fremdaufenthalten in Spitälern und Rehakliniken führt dazu, dass die Betten reserviert bleiben, jedoch keine Einnahmen aus der Pflege fliessen.

Überdurchschnittlich viele Todesfälle von Bewohnerinnen und Bewohnern haben zu Unterbelegungen und entsprechenden Einnahmenausfällen geführt. Horlacher machte allerdings deutlich: «Die Vermögenssituation des VAOF ist nach wie vor solid und gesund. Zudem liegen in den Liegenschaften beträchtliche stille Reserven.» Diskussionslos wurde die Rechnung 2017 genehmigt.

Tariferhöhung genehmigt

«Die unerfreuliche Entwicklung bei den Einnahmen geht auch im laufenden Jahr weiter», erklärte VAOF-Geschäftsführer Andre Rotzetter. Habe man bis 2017 problemlos mit einer Auslastung von 99 Prozent rechnen dürfen, so sei dieser Faktor im ersten Quartal des laufenden Jahres auf 96,1 Prozent gesunken. Daraus ergeben sich Mindereinnahmen von 355 000 Franken. Insbesondere die Demenzabteilungen in den beiden Häusern «Bruggbach» und «Klostermatte» sind dauernd unterbelegt. «Unerwartet viele Todesfälle haben die Belegung im ersten Quartal phasenweise unter 93 Prozent gedrückt», berichtete der Geschäftsführer.

«Administrativ sind wir sehr schlank aufgestellt. Beim Personal können wir zudem nur sparen, wenn wir in der Pflege herunterfahren», führte Rotzetter aus. Dies habe jedoch der Vorstand klar abgelehnt. Er wies auch darauf hin, dass die Liegenschaften kostendeckend betrieben werden. Zudem sei der Verzicht auf nötige Sanierungen nur ein Aufschieben der Probleme auf morgen.

Um unliebsamen Überraschungen in der Rechnung 2018 vorzubeugen, beantragte der Vorstand eine Erhöhung der Pensionstaxen um zehn Franken auf neu Fr. 107.50. Zusammen mit der pauschalen Betreuungstaxe kostet dann der Tag im Einzelzimmer 155 Franken. Zudem verzichtet man neuerdings auf die separate Verrechnung von Telefon- und Fernsehgebühren, diese sind ab dem 1. Juli inklusive Gesprächstaxen im Inland in den Pensionskosten enthalten. «Trotz dieser Erhöhung ist der VAOF im Fricktal nach wie vor die zweitgünstigste Pflegeeinrichtung im Fricktal», ergänzte der Geschäftsführer Nach einer kurzen Fragerunde wurde die Tariferhöhung einstimmig genehmigt.

Für eine weitere vierjährige Amtsdauer wurden wieder in den Vorstand gewählt: Markus Aellig, Beda Denkinger, Werner Müller, Eva Schütz und Ursula Stocker-Glättli. Präsident Bernhard Horlacher und Anita Walder verzichteten auf eine Wiederwahl. An deren Stelle wurden Regula Weber, Zentrumsleiterin der Spitex Regio Laufenburg, und Regina Erhard, Stadträtin aus Laufenburg, als neue Vorstandsmitglieder gewählt. Als neuen Präsidenten wählte die Versammlung den Wittnauer Grossrat Werner Müller.

Kaufrecht in Frick

Einstimmig beschlossen wurde der Kauf von Land und das Kaufrecht der Liegenschaft Zehnder in Frick, das direkt an das Areal des Zentrums Bruggbach angrenzt. 200 000 Franken bezahlt der VAOF für das Grundstück. Dieses sei für den Verein strategisch wichtig, erläuterte dazu Vorstandsmitglied Ursula Stocker. Auf das anschliessende Grundstück mit Haus hat man zudem vertraglich ein Kaufrecht vereinbart.

Unter Verschiedenem orientierte Andre Rotzetter über den Entscheid des Bundesgerichtes, dass Krankenkassen ab 1. Januar Verbandsmaterial und ähnliche Hilfsmittel nicht mehr bezahlen werden. Dies dürfte den VAOF mit rund 220 000 Franken zusätzlich belasten. Auf gutem Wege ist die letztes Jahr beschlossene Sanierung des Alterszentrums Bruggbach: «Am 6. August wird mit den Arbeiten begonnen, die im April 2019 abgeschlossen sein sollten», berichtete Zentrumsleiter Marco Bellafiore.