Die Tage werden kürzer und die Blätter bunter – kurz: Es beginnt zu herbsten. Für gewöhnlich, so die Erfahrung der Gemeinden, lässt mit den fallenden Temperaturen des Herbsts auch die Menge des Abfalls nach, der achtlos auf die Strasse geworfen oder an öffentlichen Plätzen zurückgelassen wird. Schliesslich hält man sich bei ungemütlichen Wetter in seiner Freizeit wieder vermehrt in den eigenen vier Wänden auf.

Doch dieses Jahr lässt der Herbst, aufgrund der sonnigen Spätsommertage der letzten Wochen, länger auf sich warten. «Viele Menschen halten sich im Freien auf und geniessen das tolle Wetter. Beim Littering ist somit im Vergleich zum Hochsommer noch keine relevante Reduktion festzustellen», sagt Sascha Roth, Gemeindeschreiber von Stein.

So seien der dauerhafte Hochsommer und die nicht abreissen wollende Schönwetterphase dafür verantwortlich, dass es in diesem Jahr mehr Littering als in den vergangenen Jahren gebe. So findet man etwa am Rheinufer, auf dem Schulhausareal und im Park 91 – «den üblichen Brennpunkten», wie sie Roth nennt – immer noch eine Menge an Alu-Dosen, PET-Flaschen, Getränkekartons und Verpackungsmaterial für Lebensmittel.

Auffällige werden angesprochen

Seit Mai hat die Gemeinde – unter anderem um Littering entgegenzuwirken – einen zwei Mann starken Sicherheitsdienst engagiert, der an den Brennpunkten patrouilliert. Obwohl die Littering-Problematik aufgrund des Wetters zugenommen hat, sagt Roth, dass eine präventive aber auch repressive Wirkung gegeben ist. «Auffällige Jugendliche werden durch die Mitarbeiter angesprochen und teilweise vergrämt.» Der Sicherheitsdienst, der noch bis Oktober im öffentlichen Raum kontrolliert, kostet die Gemeinde in diesem Jahr rund 15 000 Franken.

Ähnliches wie Roth berichtet Roger Rehmann, Gemeindeschreiber von Kaiseraugst. Zwar führe die Gemeinde keine Statistik, doch «gemäss subjektiver Wahrnehmung hat es in diesem Jahr sehr viel Littering gegeben». Dies habe in erster Linie mit dem «langen, sehr warmen Sommer» zu tun, bei dem sich die Einwohner vermehrt im Freien aufgehalten haben. Die Littering-Hotspots sind Plätze am Rhein, in der Überbauung Liebrüti und bei der Sportanlage. «Heute ist es so, dass es sehr viele Lebensmittel gibt, die einfach und problemlos mitgenommen werden können. Diese Verpackungen sind das grösste Problem», sagt Rehmann.

Auch die Gemeinde Kaiseraugst reagiert mit einem privaten Sicherheitsdienst – die Kosten hierfür belaufen sich auf rund 70 000 Franken pro Jahr – auf die Littering-Problematik. Dieser kontrolliert stundenweise und weist auf die Problematik hin. «Es ist aber eine Tatsache, dass diese Hinweise nicht immer erfolgreich sind», sagt Rehmann.

Kippen und McDonalds-Müll

Ebenfalls haben Marco Waser, Gemeindeschreiber von Laufenburg, und Peter Meyer, Bereichsleiter Aussendienst und Werke in Möhlin, eine Zunahme der Vermüllung des öffentlichen Raumes festgestellt. In Möhlin seien besonders die Parkanlagen, Bushaltestellen und die Industrieumfahrung betroffen. Dort findet man Dosen, Zigarettenstummel und McDonalds-Verpackungs-Müll, sagt Meyer.

«Wir machen mit der Werbekampagne ‹Sauberes Fricktal› auf das Übel aufmerksam. Das zeigt aber nur eine bedingte Wirkung.» Zu kontrollieren sei relativ schwierig, denn viele Abfallsünder seien nachts oder am Wochenende zugange. Unter der Woche seien zwei Mitarbeiter mindestens zwei bis drei Arbeitstage damit beschäftigt, den Müll zu beseitigen. «Ein weiterer Mitarbeiter ist die ganze Woche auf Entsorgungstour», so Meyer.

In Laufenburg sind die Badstube, das Schulgelände und der Schlossberg von der zunehmenden Vermüllung betroffen. Um dem Littering entgegenzuwirken, hat die Gemeinde an einigen Orten Kameras installiert, sagt Waser, der die Mehrkosten, die im Sommer durch Littering verursacht werden, auf 500 bis 600 Franken pro Woche schätzt.