Für den Fricker Baudirektor Thomas Stöckli war Mitte November bereits ein erstes Mal «wie Weihnachten»: Der Santa Claus in Pöstleruniform brachte ein Schreiben der SBB vorbei.

Man sei mit einem Gleisabtausch einverstanden, heisst es darin. Die SBB geben ihre beiden Abstellgleise, die als Depot für Arbeitszüge genutzt werden, her und übernehmen im Gegenzug zwei Gleisstumpen, die früher die Tonwerke Keller AG benutzt hat.

«Das löst den Knoten für die rückwärtige Erschliessung des Bahnhofs», ist Stöckli überzeugt. «Eine der zentralen Fragen ist nun geklärt», unterstreicht der Gipf-Oberfricker Gemeindeschreiber Urs Treier die Bedeutung des Gleisabtauschs.

Ohne die beiden Abstellgleise wäre die Linienführung zwischen dem Bahnhof und Gipf-Oberfrick viel schwieriger und die Erschliessung käme auch deutlich teurer zu stehen, da dann eine Betonstützmauer um sechs Meter verschoben werden müsste.

Das Projekt, das die Fricker und Gipf-Oberfricker nun doch schon einige Jahre beschäftigt, will zweierlei: Erstens soll mit der rückwärtigen Erschliessung des Bahnhofs Gipf-Oberfrick besser an den Bahnhof angebunden werden.

Zweitens soll der Verkehr aus dem Benkental, der Richtung Eiken-Basel will, vor Frick abgefangen und über den hinteren Bahnhof direkt zum Kreisel «Bolli» bei Oeschgen geleitet werden.

Ein erstes Teilstück dieser «Umfahrung» genehmigten die Fricker Stimmberechtigten am Freitag mit dem Erschliessungskredit für das Baugebiet «Lammet». Für Stöckli ein Entscheid mit Signalwirkung nach Gipf-Oberfrick: Er zeige, dass Frick seine regionale Verantwortung wahrnehmen wolle.

Drei Anschluss-Varianten

Der Planungsball liegt derzeit bei Gipf-Oberfrick. Hier arbeitet man daran, die nicht ganz einfache und mit einigem Zündstoff belastete Linienfrage auf Gipf-Oberfricker Seite zu klären.

Laut Treier liegen inzwischen drei Vorkonzepte mit ersten Visualisierungen vor, die man den betroffenen Anrainern auch bereits ein erstes Mal präsentiert habe. Nach dem Ja der SBB will die Gemeinde nun im nächsten Jahr beim Souverän einen Planungskredit beantragen, «um eine oder zwei Varianten konkret auszuarbeiten».

Für Treier ist dabei zentral, dass die rückwärtige Erschliessung nicht nur eine Umfahrungsstrasse von Frick wird, sondern den Gipf-Oberfrickern den Zugang zum Bahnhof erleichtert. Sprich: Dass der Bahnhof von der rückwärtigen Seite geöffnet wird und dass auch auf dieser Seite P+R-Parkplätze sowie Veloabstellplätze gebaut werden.

Beide, Treier wie Stöckli, loben die Zusammenarbeit der Gemeinden. «Sie funktioniert hervorragend», sagt Stöckli. In Frick wartet man zu, bis Gipf-Oberfrick mit der Planung so weit ist.

«Es ist wichtig, dass wir im Gleichschritt marschieren, um keine Planungsleichen zu generieren», so Stöckli. Der Projektzug muss gleichgetaktet fahren – sonst landet er dereinst auf dem Abstellgleis.