An drei Tagen pro Woche ist die Müllabfuhr in Rheinfelden unterwegs. Die Stadt ist in drei Sektoren unterteilt, in denen jeweils am Dienstag, Donnerstag und Freitag die Kehrichtsäcke am Strassenrand abgeholt werden. Dabei kommt es immer wieder vor, dass auch Abfallsäcke zur Abholung bereitstehen, auf denen keine bezahlte Vignette klebt.

In Rheinfelden werden solche Säcke von der Kehrichtabfuhr stehen gelassen und später von Werkhofmitarbeitern eingesammelt, wie Stadtschreiber Roger Erdin sagt. «Die Säcke werden durch Mitarbeiter des Werkhofes geöffnet. Es werden Hinweise und Beweismittel gesucht, von wem die Abfallsäcke stammen könnten», so Erdin weiter. Werden solche Hinweise entdeckt, leitet die Regionalpolizei die Strafverfolgung ein.

Säcke werden durchsucht

Ähnlich ist der Ablauf in anderen Gemeinden. Steht in Frick ein nicht offizieller Gebührensack ohne Vignette an der Strasse, «versieht das beauftragte Kehrichtunternehmen den Sack mit einer Marke, wonach dieser mangels Gebührenmarke nicht mitgenommen werden darf», wie Gemeindeschreiber Michael Widmer erklärt.

«Steht der Sack später immer noch da, wird er vom Gemeinde-Bauamt in den Werkhof genommen und geöffnet.» Oft könne der Urheber aufgrund des Inhalts – etwa dank entsorgter Papiere mit Adressen oder Kassenquittungen – festgestellt und zur Anzeige gebracht werden.

In Möhlin werden die unbezahlten Säcke «aus hygienischen Gründen» sofort eingesammelt, wie Gemeindeschreiber Marius Fricker sagt. Auch hier durchsuchen Werkhofmitarbeiter die Säcke: «Eine äusserst unangenehme, zum Teil ekelhafte Arbeit», betont Fricker. Immerhin kann der Möhliner Gemeindeschreiber aber festhalten, «dass sich die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung an die Entsorgungsvorgaben hält».

Gleich äussert sich der Laufenburger Gemeindeschreiber Marco Waser. Dennoch stünden öfter Säcke ohne Marken oder Sperrmüll bei einer regulären Kehrichtabfuhr am Strassenrand. Können die Sünder ermittelt werden, werden Bussen von 100 Franken ausgesprochen. Gleich hoch ist die Busse bei einem erstmaligen Delikt in Möhlin. Zusätzlich zur Busse werden in Laufenburg der Aufwand des Bauamts und die Verfahrenskosten mit nochmals 100 Franken verrechnet.

In Rheinfelden werde über das ganze Jahr gesehen laut Polizei und Werkhof im Durchschnitt etwa ein solcher Sack pro Woche eingesammelt, sagt Stadtschreiber Roger Erdin. Aber: «Die Täter können leider oft nicht ermittelt werden. Die ‹Erfolgsquote› liegt bei geschätzten 10 Prozent», so Erdin.

Kontrollen bei Containern

Der Gemeindeverband Abfallbewirtschaftung Unteres Fricktal (GAF), der im Unteren Fricktal für die Kehrichtabfuhr zuständig ist, führt auch selber regelmässig Kontrollen durch. Ist die Kontrolle bei Einzelsäcken noch einfach, gestaltet sie sich bei vollen Containern, wie man sie etwa von Mehrfamilienhäusern oder Überbauungen kennt, schwieriger.

«Manchmal ist fast nicht zu erkennen, ob ein Sack eine Vignette hat», sagt Markus Amsler von der GAF-Geschäftsstelle. Dies bestätigt man bei der Peter Pfister AG, die den Hauskehricht im Oberen Fricktal einsammelt. In Gemeinden mit Gebührenmarken seien fehlbare Säcke schwieriger zu erkennen als in Gemeinden mit andersfarbigen Gebührensäcken. Dennoch sei auch dort eine Kontrolle von Säcken in Containern möglich.