Ortskernverdichtung ist oft umstritten. Doch das in der Mitteldorfstrasse geplante Bauprojekt mit 25 Mietwohnungen stiess in einer Infoveranstaltung im Gemeindesaal bei rund 40 Anwesenden auf Wohlwollen.

Architekt Peter Stocker vom Büro Artune in Frick stellte das Vorhaben am Montagabend im Detail vor. Demnach sind, verteilt auf zwei Gebäude, 25 Mietwohnungen geplant. Bauherr ist die Artemis Immobilien AG aus Aarburg.

«Hinter uns liegt ein Prozess von anderthalb Jahren, was sehr lang ist. Es hat sich aber in jedem Fall gelohnt», sagte Stocker.

Der Architekt berichtete, dass an den Vorbereitungstreffen stets der gesamte Oeschger Gemeinderat teilgenommen habe, was auf einen grossen Konsens schliessen lasse. Auch sei ein externer Berater mit grosser Kompetenz in Sachen Ortskernverdichtungen hinzugezogen worden.

Neubau passt ins Ortsbild

Peter Stocker sprach von einem zurückhaltenden Baukörper, der sich gut in die bestehende Bebauung im Zentrum von Oeschgen einfüge und dennoch modernes Wohnen zulasse. Stocker zufolge werden die gesetzlich zulässigen First- und Traufhöhen von 14 und 11 Metern unterschritten.

Die Fassade wird laut dem Architekten mit farbigen Eternit-Platten verkleidet, so könnten grosse Flächen spielerisch aufgelöst werden. Die Fassade sei zudem hinterlüftet, was ihre Lebensdauer verlängere.

«Das Projekt hat mich auch gereizt, weil der Bauherr Artemis grossen Wert auf Nachhaltigkeit legt», sagte Stocker.

Mit 25 Mietwohnungen in unterschiedlichster Grösse (2,5 bis 4,5 Zimmer mit bis zu 140 Quadratmetern) sollen in der Oeschger Ortsmitte die unterschiedlichsten Mieter – Familien, Senioren, Singles – ein neues Zuhause finden.

Vor dem Haus, über der Tiefgarage, ist eine Grünfläche, ein «Aussenareal für alle Generationen» (Stocker), vorgesehen. Zudem stehen dort Besucherparkplätze zur Verfügung.

Nach der Auflage des Baugesuchs auf der Gemeindekanzlei hofft der Bauherr auf den Baubeginn im Sommer und die Fertigstellung im Herbst/Winter 2018. Stocker beziffert auf Nachfrage die Investition auf eine Summe zwischen acht und zehn Millionen Franken und sprach von einem «überzeugenden Projekt».

Neuer Schwung

Offenbar waren auch die am Montagabend im Gemeindesaal Anwesenden überzeugt. Sie stellten zwar Detailfragen («Wo sind Waschmaschine und Tumbler?»), äusserten jedoch keine fundamentale Kritik am Projekt. So hoffen die Bauherrin Artemis AG und Architekt Stocker auch auf möglichst keine oder nur wenige Einwendungen.

Nach der gescheiterten Bebauung des schon lange brachliegenden Areals an der Mitteldorfstrasse mit Eigentumswohnungen vor rund fünf Jahren kommt nun neue Bewegung in die Oeschger Ortsmitte.

Die Gemeinde ist froh, moderne Wohnungen im Zentrum anbieten zu können, und hofft auf den Einzug gut verdienender Steuerzahler.