Bei der Planung der vier Deponiestandorte im oberen Fricktal blies dem Kanton und dem Planungsverband Fricktal Regio ein rauer Wind entgegen. Über 1400 Eingaben gegen die Standorte in den Gebieten «Buech» (Herznach), «Breiti» (Hornussen), «Förlig» (Bözen) und «Herzberg» (Wegenstetten) bewogen den Kanton dazu, das Richtplanverfahren für die geplanten Deponie-Standorte im März dieses Jahres abzubrechen.

Nun geht die Suche nach geeigneten Deponie-Standorten im Fricktal von Neuem los, um das Ungleichgewicht zwischen der Menge an Aushubmaterial und den Ablagerungsmöglichkeiten langfristig in ein Gleichgewicht zu bringen. «Der Kanton stellt derzeit Berechnungen an, wie viel Platz für das Aushubmaterial benötigt wird», sagt Christian Fricker; Präsident des Planungsverband Fricktal Regio.

Berechnungen bis Januar

Die Berechnungen basieren dabei auf Parametern wie beispielsweise Prognosen für den Anfall von Aushub und der Bautätigkeit. Laut Fricker wird der Kanton die Bedarfsanalyse im Januar abschliessen und die Ergebnisse Fricktal Regio mitteilen.

Ob einer der vier ehemaligen geplanten Standorte wieder zum Thema wird, ist derzeit offen. Deshalb will auch Max Sterchi, Präsident des Vereins «Erhalt Buch», in Zukunft wachsam bleiben: «Das Volk will, dass die Landschaft geschützt wird. Dies ist auch so im Jurapark-Vertrag festgehalten. Wenn es sein muss, werden wir uns auch in Zukunft wieder dafür einsetzen.»

Weil Fricker weiss, dass bei der Frage nach einem Deponiestandort die Gemeindeversammlungen das letzte Wort haben, gelte es zukünftig, früher und breiter zu informieren sowie den Ängsten aus der Bevölkerung proaktiver zu begegnen.

Eine Deponie, die bereits seit Ende September in Planung ist, befindet sich in Eiken in der Nähe zum Anschluss der Autobahn. Dort sollen über eine Laufzeit von 9 bis 15 Jahren rund 2,1 Millionen Kubikmeter sauberes Aushubmaterial durch die Auffüllgesellschaft Sisseln-Münchwilen deponiert werden. «Derzeit führt die Auffüllgesellschaft intensive Gespräche mit den 30 Grundeigentümern des Gebietes für die privatrechtliche Sicherung des Projekts», sagt Fricker.

Aufwertung des Ackerlands

Stellt sich nur ein Grundeigentümer quer, verunmöglicht dies die Umsetzung des Projekts. Die Auffüllgesellschaft Sisseln-Münchwilen ist jedoch zuversichtlich, dass dies nicht so kommen wird. Denn zum einen ist die Qualität des dortigen Landwirtschafts- und Ackerlandes schlecht. Durch die Aufschüttung kommt es jedoch zu einer Aufwertung, was das Ertragspotenzial für die Grundeigentümer erhöht. Zum anderen erhalten die Grundeigentümer eine Entschädigung von rund zwei bis drei Franken pro aufgefüllten Kubikmeter an Aushubmaterial.