Es hat eine bewegte Geschichte, das kleine, aber markante Häuschen mitten auf dem Fricker Widenplatz. Um 1820 gebaut, diente es lange als Waschhaus. Der Widenplatz war zu dieser Zeit der Dorfplatz, auf dem sich auch die Gemeindetrotte befand. In ihr wurde gemostet und gekeltert. «Sie brannte 1970 ab», erinnert sich Heinz Schmid, pensionierter Gemeindeschreiber und historisches Gewissen von Frick.

Später diente das Häuschen als Gemeindehaus – zu einer Zeit, als die Gemeindeverwaltung noch aus dem Gemeindeschreiber sowie einem oder zwei Mitarbeitern bestand. Heute beschäftigt die Gemeindeverwaltung in Frick um die 30 Mitarbeitende, ist aber auch in mehreren Bereichen – etwa beim Steuer- und Betreibungsamt – regional unterwegs.

Die Gemeinde wuchs, die Aufgaben wurden mehr – und so suchte man Mitte des 20. Jahrhunderts einen neuen Standort für das Gemeindehaus. Man fand ihn an der Schnittstelle zwischen Zwidelle und Hauptstrasse. Hier stand die zweite Fricker Trotte, die sogenannte Herrschaftstrotte, die im Zweiten Weltkrieg aber zerstört wurde. 1950 konnte hier das zweite Gemeindehaus eingeweiht werden, 2016 dann das dritte, gleich nebenan.

Hundesalon zügelt an Wohnort

Das ehemalige Gemeindehaus am Widenplatz wurde seit dem Auszug der Gemeindeverwaltung 1950 verschieden genutzt. Seit vielen Jahren ist hier der Hundesalon Vanessa von Ursula Picard zu Hause – ist noch hier zu Hause, muss man sagen, denn im Juni schliesst Picard ihr Fricker Geschäft nach fast einem Vierteljahrhundert. Sie wird am 1. Juli an ihrem Wohnort im Hard 5 in Erlinsbach ihren neuen Hundesalon eröffnen.

Per Inserat sucht die Gemeinde Frick, der das Gebäude nach wie vor gehört, einen Nachmieter. Eine andere Variante, als das Gebäude weiterhin zu vermieten, sei nie zur Diskussion gestanden, sagt Gemeindeschreiber Michael Widmer auf Anfrage. Ausgeschrieben ist die Fläche – als Hundesalon. «Aktuell werden die Räume so genutzt. Daher ist eine analoge Folgenutzung naheliegend», sagt Widmer. Es wäre aber auch eine andere Nutzung denkbar. «Die Räume liegen ja mitten im Zentrum und direkt beim Widenplatz», so Widmer. Vom Grundriss her wäre «auch eine Nutzung als Büro oder für Praxisräume gut möglich». Eine Imbiss-Stube indes sieht Widmer nicht. «Da kein Aussenbereich zur Verfügung steht, wäre das Lokal für einen Imbiss ungeeignet.» Viel gemacht werden muss nach dem Auszug von Picard laut Widmer nicht. «Eine grosse Renovation dürfte nicht nötig sein. Das ist aber auch von der Folgenutzung abhängig.»

Den Mietzins von 950 Franken für die Fläche von 50 Quadratmetern im Erdgeschoss bezeichnet Widmer als marktkonform. Im Obergeschoss steht zudem nochmals eine gleich grosse Fläche zur Verfügung, die dazugemietet werden kann. «Dann würde sich der Mietzins auf 1750 Franken pro Monat belaufen, wobei Heiz- und Betriebskosten sowie zwei Parkplätze in diesem Preis inbegriffen sind.»

Das Gebäude soll auch mittelfristig weitergenutzt werden. «Ein belebtes Zentrum mit einem vielfältigen Einkaufs- und Dienstleistungsangebot ist sowohl für die Einwohner in Frick und der Region als auch für das Gewerbe sehr wichtig», findet Widmer.

Zur Diskussion stand auch schon, auf dem Widenplatz ein zweistöckiges Parkhaus zu errichten. Dies ist derzeit laut Widmer aber kein Thema. «Im aktuellen Investitionsplan der Gemeinde Frick ist kein Parkhaus auf dem Widenplatz enthalten.»