Im Park am badischen Brückenkopf genossen die Besucher die Fahrt mit einem manuell betrieben Karussell und irischer Live-Musik. Auf dem Inseli bot das N. N. Theater Köln ein tragikomisches Theaterspektakel beruhend auf Jules Vernes «20 000 Meilen unter dem Meer» und William Shakespeares «Der Sturm».

Auf der Bühne am roten Haus nahe dem Schweizer Zoll spielte die Band Neoländler alternative Berner Volksmusik. Die Musiker aus dem Emmental beherrschen nicht nur Geige, E-Bass, Ukulele und Mundharmonika, sondern auch traditionelle Instrumente wie Schwyzerörgli, Halszithern und Häxeschit. Viele Zuschauer auf den Steinstufen oder in den Sesseln vor der Bühne unter den illuminierten Bäumen lauschten dem Konzert, mit Regenschirmen geschützt vor einzelnen Regentropfen.

Obwohl die nächtliche Eröffnungs-Feuershow aufgrund der langen Trockenheit abgesagt wurde, boten die 12. Brückensensationen den Besuchern schon am Freitagabend ein gelungenes Programm.

Das Strassentheaterfestival Brückensensationen hat die deutsche Stadtverwaltung ins Leben gerufen. Seit sechs Jahren beteiligt sich auch das Schweizer Rheinfelden an der Organisation und Finanzierung des für die Besucher kostenlosen Programms, das einem Gegenwert von zehn Franken pro Besucher und Tag entspricht, wie der badische Kulturamtsleiter Claudius Beck erklärt.

Die Besucher werden zwar nicht gezählt, aber erfahrungsgemäss geht er von 12 000 Besuchern an den drei Tagen aus. Die Brückensensationen beanspruchen auch einen grossen Teil der Arbeitszeit von Brigitte Brügger vom Schweizer Kulturbüro. «Am liebsten spaziere ich ohne Programmheft über das Festivalgelände. Einfach treiben lassen. Da komme ich richtig in Festivaltrance», sagt Brügger. Wie in den vergangenen Jahren hatten die Veranstalter auch diesmal mit dem Wetter Glück. Beck erzählt, dass in zwölf Jahren nur vier von durchschnittlichen 50 Shows im Jahr ausgefallen sind.

Fast 70 Auftritte

Die alte Rheinbrücke, das Inseli und der badische Brückenplatz mit angrenzendem Park boten eine schöne Kulisse für die Strassenkünstler. 20 Gruppen aus sieben Ländern belebten Bühnen und Strassen rund um die Brücke mit fast 70 Auftritten. Clownerie, Akrobatik, Theater und Zauberei faszinierten die dicht gedrängten Menschen an den Spielorten, zwischen denen Zuschauer hin und her zogen.

Auf der Brücke standen Rieseninstrumente und gigantische Schrottmarionetten, an denen sich Jung und Alt ausprobieren konnten, und Walkacts, wie Jochen der ferngesteuerte Elefant auf einem Dreirad, verbreiteten gute Laune unter den Passanten.

«Wir wohnen im Städtli, das ist praktisch vor der Haustür», erzählte eine Rheinfelderin, die schon oft auf den Brückensensationen war. «Die Atmosphäre ist immer schön und die Kinder verlangen das.» Eine Füllinsdorferin meinte: «Am Abend ‹Les Papillons› sind ein gesetzter Programmpunkt, aber heute Nachmittag lassen wir uns treiben.»