Bereits 1975 wurde Stein vom Grossen Rat als Standort für eine Mittelschule festgelegt und 1981 im Schulgesetz verankert. Doch die Mittelschule wurde nie realisiert, weil es für eine Fricktaler Mittelschule schlicht zu wenig Schülerinnen und Schüler gab. So kam es, dass bis heute die meisten Mittelschülerinnen und -schüler aus dem Fricktal die Mittelschulen der beiden Basel besuchen. In Zahlen: Von den rund 660 Fricktaler Mittelschülern reisen gegen 500 in die Schulen in den Kantonen Basel-Stadt oder Basel-Landschaft. Der Kanton Aargau entrichtet ein Schulgeld von rund 20'000 Franken pro Gymnasiast. Die Zusammenarbeit mit den beiden Kantonen hat sich bewährt.

Grundsätzlich gäbe es deshalb keinen Grund, diese interkantonale Zusammenarbeit zu ändern.

Nicht ganz freiwillig

In der Beantwortung einer überparteilichen Interpellation der Fricktaler Grossrätinnen und Grossräte erklärt nun der Regierungsrat, warum er ausgerechnet jetzt die Idee der Fricktaler Kanti wieder aufgreift. Und es wird klar, dass der Aargau nicht nur aus eigenem Antrieb handelt.

Der Kanton Basel-Landschaft prüft zurzeit eine Reduktion der Standorte von Gymnasien und Fachmittelschulen. Konkret wird auch diskutiert, ob man das Gymnasium in Muttenz schliessen und dafür die Fachmittelschulen in Muttenz zusammenführen soll. Von einer allfälligen Schliessung wäre das Fricktal erheblich betroffen, erklärt die Regierung in der Antwort zur Interpellation, besuchen doch 269 Schülerinnen und Schüler aus den Bezirken Laufenburg und Rheinfelden die Mittelschule in Muttenz.

Unter diesem Aspekt scheint es sinnvoll, zu prüfen, ob jetzt der Zeitpunkt für eine Fricktaler Kanti gekommen ist. Zudem werden die Schülerzahlen in den nächsten Jahren um 20 Prozent zunehmen; die bestehenden Kantonsschulen im Aargau verfügen nicht über genügend Platz, um allenfalls die Fricktaler aufnehmen zu können.

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