«Es ist an der Zeit, dass der Kanton eine Lösung für alle Höfe findet», sagt Landwirt Felix Wendelspiess aus Wegenstetten. Er will in einem Stall auf seiner Geflügelfarm Fische züchten. Aber noch steht jeder Landwirt mit diesem Plan beim Kanton vor einer Hürde, jeder Fall wird zurzeit noch einzeln geprüft.

Das entsprechende Baugesuch hat Wendelspiess im März dieses Jahres bei der Gemeinde eingereicht. Weil für eine Fischmast in der Landwirtschaft aber Änderungen in der Bau- und Nutzungsordnung einer Gemeinde nötig sind, liegt die Entscheidung nun beim Kanton. Weil Fische laut Gesetz keine Nutztiere sind, dürfen sie nicht in der Landwirtschaftszone gezüchtet werden, sondern nur in der Gewerbe- oder Industriezone.

Landwirt will abwarten

Auf dem Hof von Wendelspiess sollen künftig also Fische im ehemaligen Kuhstall untergebracht werden. Seit diesem Frühling hat der Landwirt einen Stall frei, zuvor waren dort die Milchkühe zu Hause. Zander sollen es nun sein, in sieben grossen und fünf kleinen Becken. «Die Fischmast interessiert mich grundsätzlich und so habe ich mich entschieden, dieses Projekt zu wagen», erklärt Wendelspiess.

Verschiedene Gründe haben zu seiner Entscheidung beigetragen. Der immer tiefer sinkende Milchpreis sei «sicher auch ein Faktor gewesen». Der Stall bietet mit 200 Quadratmetern genügend Platz für die Fischbecken, gekauft hat Wendelspiess die benötigte Anlage für rund 200 000 Franken aber noch nicht.

Er will zuerst abwarten, wie der Kanton entscheidet. In der kantonalen Abteilung für Baubewilligungen gibt man sich zum Fall bedeckt, da das Verfahren noch hängig ist. Leiterin Felicitas Siebert erklärt aber, dass grundsätzlich jeder Landwirt mit einem solchen Vorhaben die raumplanungsrechtlichen Voraussetzungen des Bundes erfüllen muss.

Und es muss bewiesen werden, dass das Zusatzeinkommen aus der Fischmast für den Hof nötig ist. Als weitere Voraussetzung muss der Landwirt eine Zusatzausbildung für die Haltung von Fischen absolvieren.

Lieber Fische als Rinder

Bei einer Absage seitens des Kantons kann sich Wendelspiess vorstellen, auf Rindermast umzuschwenken. «Aber das macht jeder andere auch, da ist es schwieriger, sich zu behaupten», sagt er. Der Gemeinderat unterstützt das Vorhaben: «Wir sind uns bewusst, dass sich Landwirte neue Möglichkeiten überlegen müssen, um Geld zu verdienen», sagt Gemeindeschreiberin Brigitte Schmid Schüpbach. Der Gemeinderat habe auch Mühe damit, dass Tiere bezüglich landwirtschaftlichen Nutzens unterschiedlich eingestuft werden. Der Entscheid des Kantons dürfte sich noch bis Anfang nächstes Jahr hinziehen.