Gut zwei Kilometer liegen zwischen dem Primarschulhaus Obermatt und der Oberstufenschule Steinli in Möhlin. Zwei Kilometer, die ab kommendem August zum Schulweg von rund zwei Dutzend Fünftklässlern gehören werden. Sie werden ihre letzten beiden Primarschuljahre im Oberstufenschulhaus verbringen.

Die Schulleitung hat die Eltern der betroffenen Kinder diese Woche in einem Brief über den Entscheid informiert. Das Schreiben liegt der AZ vor. «Aufgrund der beschränkten Klassenzimmer und der Tatsache, dass wir im kommenden Schuljahr eine Klasse mehr im Obermattschulhaus haben, muss die 5. Klasse in Schulhaus Steinli wechseln», heisst es darin.

Eltern kritisieren Entscheid

Der Entscheid kommt nicht bei allen Eltern gut an, das zeigen Recherchen der AZ. Unzufrieden ist unter anderem Andreas Fischer, Präsident der Grünen-Ortspartei und Vater eines betroffenen Schülers. Er bemängelt einerseits die Kommunikation: «Wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt.»

Andererseits kritisiert er auch, dass es überhaupt so weit kommen musste. «Das hat sich lange angebahnt. Schon bei der Zonenplanrevision wurde darauf hingewiesen, dass der Schulraum im Oberdorf knapp ist», sagt Fischer und fragt: «Was wurde seither unternommen? Nichts.»

Dem widerspricht Martin Frana, Mitglied der Möhliner Schulpflege. Er verweist auf die aktuelle Schulraumplanung der Gemeinde. Gemäss dieser soll die Oberstufe in den nächsten Jahren beim Standort Steinli zusammengelegt werden. Dort ist ein Ergänzungsbau geplant. Das dann frei werdende Bezirksschulhaus würde zum Primarschulhaus umgebaut. «Es gilt nun, die Übergangsphase bis dahin mit vertretbaren Lösungen zu überbrücken», so Frana. Er betont: «Wir haben uns diesen Entscheid nicht einfach gemacht.»

Andere Varianten geprüft

Im Gegenteil: In der Sache Schulhaus-Wechsel habe man verschiedene Varianten geprüft, sagt Frana weiter. Neben einer Verlegung ins nähere Schulhaus Fuchsrain auch eine Pavillon-Lösung. Weil im Fuchsrain ebenfalls enge Platzverhältnisse herrschen, hätte ein Wechsel dorthin allerdings weitere Umdisponierungen zur Folge gehabt. «So wären noch mehr Schüler betroffen gewesen und mehr Unruhe entstanden», sagt Frana.

Von einem Provisorium sahen die Verantwortlichen unter anderem aus finanziellen Gründen ab. Ein Pavillonbau koste gegen eine Million Franken, sagt Frana. «Angesichts der absehbaren Zeit» habe man sich gegen diese Investition entschieden. Stattdessen sollen die Kapazitäten im «Steinli» ausgenutzt werden. «Ab 2021 soll das Bezirksschulhaus der Primarschule zur Verfügung stehen», so Frana. Dann hätte der Pavillon keinen Nutzen mehr.

Frana betont, dass sich die Verantwortlichen durchaus bewusst seien, welch einen Einschnitt der Wechsel für die Schüler bedeute. Gerade auch, was den Schulweg betrifft. An einem Informationsabend kommende Woche wollen Schulleitung und Schulpflege die Fragen der Eltern beantworten. «Sollten bezüglich Sicherheit Sorgen bestehen, sind wir gerne bereit, eine entsprechende Schulung durch die Regionalpolizei zu organisieren», sagt Frana.