Noch voller wunderbarer Erinnerungen an die gemeinsame Konzertreise der beiden Chöre Joyfulvoices Frick und Nuevo Proyecto Binningen-Bottmingen im August nach Irland, verzauberten die Sängerinnen und Sänger sowie die Live-Band am Wochenende in zwei aufeinanderfolgenden Konzerten die Zuhörer in der Reformierten Kirche Frick mit Irish Songs. Die Leitung beider Chöre hatte Dieter Wagner inne. Mit stehenden Ovationen bedankten sich die Besucher im bis auf den letzten Platz besetzten Gotteshaus für diesen aussergewöhnlichen Musikgenuss.

«Diese Reise war phänomenal», blickte Dirigent Dieter Wagner zurück. Und weiter: «Wir sangen spontan in Pubs, auf alten Burgruinen oder in einer Kapelle und immer waren sofort viele Leute um uns, die mitsangen oder tanzten. Mit einem Kirchenkonzert in Dublin bedankten wir uns für die Gastfreundschaft der Einheimischen.»

Musik hat viele Anhänger

Die Chöre sahen auf ihrer Reise eine tief beeindruckende Landschaft, erfuhren die Herzlichkeit der Menschen, hörten viel von der Geschichte des Landes – und erlebten alles das noch einmal gemeinsam am Wochenende mit den Konzertbesuchern. Sie zeigten auf zwei Bildschirmen ausgesucht schöne Fotos von der Grünen Insel, in ihren Songs erzählten sie Episoden von gestern und heute.

Irish Songs – das ist überwiegend traditionelle irische Volksmusik, die bis auf das 17. Jahrhundert zurückgeht und gegenwärtig immer mehr Anhänger findet. Ganz dieser Tradition verbunden, hatte die Live-Band auch die zu dieser Musik dazugehörigen Instrumente mitgebracht. Dabei waren Fiddle (Geige), Tin Whistle (Flöte), Dudelsack, Bodhrán (Rahmentrommel) und natürlich die keltische Harfe.

Dudelsack spielend eröffnete Ian Harrison den Abend, fortgeführt mit den stimmungsvoll lyrischen Segenswünschen «Möge die Strasse . . .». Die Lieder waren zärtlich, romantisch, magisch, mitreissend rhythmisch, auch voll überschäumender Lebensfreude. Sie drückten starke Gefühle aus, erzählten von Solidarität, Loyalität und Tapferkeit. Die Zuhörer durften träumen von der unendlichen Weite der Landschaft, durften mitfeiern in urigen Kneipen, wo das Bier stets reichlich fliesst.

Das Whiskyglas ist nie leer

Leise und zärtlich spielte Arianna Savall die Barock Trippelharfe, sang dazu sehnsuchtsvoll von Liebe und Verlust. Petter U Johansen liess temporeich den Geigenbogen über Fiddle und Babjo sausen, betörte mit seiner unglaublich ausdrucksstarken Tenorstimme, erhielt viel Extra-Applaus.

Mit Schiebermütze waren die Herren der Chöre keck auf den Spuren ihrer Liebsten, flott das Lied von Molly Malone, in dem eine junge, zu früh verstorbene Muschelverkäuferin als Geist ihren Karren durch Dublin schiebt. Die Songs erzählten aber auch von den kriegerischen Auseinandersetzungen, den Konflikten zwischen Katholiken und Protestanten, die bis heute anhalten.

Es gab musikalisch wüste Kneipenschlägerein, das Whiskyglas dabei nie leer. Voller Begeisterung summten und klatschten die Zuhörer mit bei bekannten Melodien. Das Konzert moderierte Heike Ledermann.