Heute Morgen fegte der der Sturm "Burglind" mit über 100km/h über die Schweiz. Die kantonale Notrufzentrale in Aarau verzeichnete viele Anrufe, sagt Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei Aargau. «Die eingegangenen Schadensmeldungen betreffen vor allem umgestürzte Bäume oder Baustellenabschrankungen», sagt er. Umgewehte Bäume blockierten etliche Strassen, darunter die A1 zwischen Mägenwil und Aarau-Ost. In Fahrtrichtung Bern bildete sich ein Rückstau von mehreren Kilometern Länge.

«Glück im Unglück hatte ein Autofahrer, der zwischen Bremgarten und Wohlen unterwegs war», sagt Graser. Sein Auto wurde kurz nach 12 Uhr von einem umstürzenden Baum getroffen. «Er wurde leicht verletzt und konnte sich selber aus dem Auto befreien.» Er sei ansprechbar gewesen und ins Spital gefahren.

Über 600 Schadensmeldungen im Mittelland

Über 600 Schadensmeldungen im Mittelland

Umgewehte Bäume, zerstörte Autos und gesperrte Strassen: Vielerorts sorgte der Wintersturm Burglind für Zerstörung, wie "Tele M1" berichtet.

In Brugg setzte der Sturm der Infrastruktur des Eisfeldes beim Campus Brugg-Windisch zu: Das Holzhäuschen wurde auf der einen Seite vom heftigen Wind eingedrückt. Der finanzielle Schaden kann noch nicht beziffert werden. Das Eisfeld sowie das betroffene Gastronomie-Holzhaus bleiben jedoch zumindest am 3. Januar geschlossen.

Die Situation wird als zu gefährlich eingestuft. Die Betreiber hoffen, dass bis am Donnerstagmittag das Feld wieder geöffnet werden kann. Bereits letzte Woche musste der Betrieb eingestellt werden. In der Nacht auf den 26. Dezember wurde ein Teil des Eisfeldes von Unbekannten zerstört.

Beim Eisfeld Brugg hat dieses Gebäude unter dem Sturm gelitten. Das Eisfeld bleibt am Mittwoch gesperrt.

Beim Eisfeld Brugg hat dieses Gebäude unter dem Sturm gelitten. Das Eisfeld bleibt am Mittwoch gesperrt.

Wegen umgestürzten Bäumen respektive Sturmschäden mussten Kantonsstrassen zwischen Baldingen und Lengnau, Schönenwerd und Oberentfelden (Entfelderstrasse), Untersiggenthal und Gebenstorf (Höhe Gebenstorf), Rothenflue und Wittnau sowie Bünzen und Bremgarten gesperrt werden.

In Teilen des Fricktals sowie in den Zurzibieter Gemeinden Baldingen und Endingen kam es zwischen 11 und 14 Uhr zu Stromausfällen im Netz der AEW Energie AG, die bis zu einer Stunde andauerten. 

Insgesamt waren bis zu 80 Feuerwehren des Kantons an rund 130 Schadenplätzen am Mittwoch im Einsatz. 20 Strassen mussten gesperrt werden. Umgestürzte Bäume beschädigten mehrere Gebäude und auch Fahrzeuge. Der Kantonspolizei Aargau liegen allerdings keine Angaben über die Höhe der Schäden vor.

"Burglind" peitscht den Regen durch die Brugger Altstadt

"Burglind" peitscht den Regen durch die Brugger Altstadt.

«Glücklicherweise ist bisher nur eine Meldungen über einen Verletzten eingegangen. Zudem mussten keine Hauptachsen gesperrt werden, und grössere Sachschäden blieben im Aargau aus», sagt Bernhard Graser. «Nach Lothar vor 18 Jahren herrschten ganz andere Verhältnisse.»

Wegen "Lothar" starben drei Personen im Aargau

27. Dezember 1999 fegte der Jahrhundert-Orkan «Lothar» über die Schweiz. Im Aargau fällte «Lothar» 1,3 Millionen Kubikmeter Holz. Von Frankreich her kommend fegte der Orkan mit nie zuvor gemessenen Windgeschwindigkeiten durchs Mittelland – auf dem Jungfraujoch mit 249 km/h und auf dem Uetliberg mit 241 km/h. Die Südschweiz und die Südostschweiz wurden verschont. 

Während des Sturms Lothar kamen 14 Menschen ums Leben, drei davon im Kanton Aargau. Zudem starben 15 Personen bei Holzarbeiten allein im Jahr 2000. Auch die materiellen Schäden waren immens: 600 Millionen Franken Schäden an Gebäuden und 750 Millionen Franken Schäden und Folgekosten am Wald.