Mit 1,8 Promille im Blut stieg der Aargauer Dario S. (23) im Februar in Sölden in einen Ford Focus RS, dessen Motor läuft, und braust los. Auf der Rückbank sitzen Mario G. (35) und seine Partnerin Andrea H.(28) – ihr Bekannter hatte das Steuer verlassen, um eine Tasche abzugeben. Nun rast Dario S. halsbrecherisch durch den österreichischen Skiort. Und kracht in eine Tunnelwand. 

Vor kurzem wurde die Anklage in Österreich mit dem Vorwurf des versuchten Mordes eröffnet. Doch nun hat das Oberlandesgericht die Anklage an die Staatsanwaltschaft Innsbruck zurückgewiesen – für weitere Abklärungen. Der Verdacht wegen versuchten Mordes fusst auf der Annahme, dass der junge Metzger aus dem Bezirk Aarau mit Absicht in die Tunnelwand fahren wollte und dabei sogar den Tod der beiden Autoinsassen in Kauf genommen habe.

Genau das ist in den Augen des Gerichts nicht hinreichend begründet, schreibt das Onlineportal des "Blick". Das Gericht hat deshalb einem Einspruch gegen die Anklage stattgegeben. «Das Ermittlungsverfahren ist durch Einholung eines psychiatrischen Sachverständigen-Gutachtens zur Frage der Zurechnungsfähigkeit zu ergänzen», begründet Hansjörg Mayr von der Staatsanwaltschaft Innsbruck die Rückweisung. 

Wann es zum Prozess kommt, ist damit unklar. Dario S. wurde nach Zahlung einer Kaution von 50'000 Euro aus der Untersuchungshaft entlassen. Er durfte Österreich verlassen und kehrte in den Aargau zurück. (pz)