Am vergangenen Samstagabend haben Vandalen im deutschen Bad Säckingen einen BMW mit Aargauer Nummernschildern übel zugerichtet: Aufgeschlitzte Reifen, eingetretene Scheinwerfer und der zerkratzte Lack zeugen von der Zerstörungswut. Auch Schriftzüge wurden eingeritzt, darunter "Scheis Schweizer" (sic).

Die Tat wirft Fragen auf, etwa: Haben es sich die Schweizer mit ihrem Einkaufsverhalten ennet der Grenze mit den deutschen Nachbarn verscherzt? Eine Strassenumfrage von "Tele M1" in Bad Säckingen ergibt ein differenziertes Bild. Die Deutschen stören sich vor allem an den Tausenden Einkaufstouristen, die am Wochenende in die Stadt strömen. Ein Passant sagt: "Da nervt es schon extrem." Eine Frau pflichtet ihm bei: "Manchmal nervt es, dass man wegen der Ausfuhrzettel so lange an der Kasse stehen muss." Einige Anwohner haben wegen der Shopping-Touristen ihr Einkaufsverhalten geändert. Man habe umgestellt und gehe nun unter der Woche einkaufen anstatt am Wochenende, sagt eine junge Frau. Spontan essen zu gehen sei ebenfalls schwierig, heisst es andernorts.

Die Sache mit dem Parkieren

Andere machen sich einen Spass aus den Schweizern. "Wir sagen immer: 'Am Wochenende ist Invasion'", erklärt ein Mann. Einem anderen ist das Parkierverhalten aufgefallen: "Ab und zu parken die Schweizer anders. Ich glaube, die haben eine andere Fahrschule."

Bei der Freiburger Polizei will man nicht von einer schweizerfeindlichen Stimmung sprechen. Ein Sprecher sagt, es gebe wegen der Nähe Bad Säckingens zur Schweiz natürlich auch Sachbeschädigungen gegen Schweizer Autos. "Die Motivlage bleibt in den meisten Fällen aber im Dunkeln, weil die Täter nicht ermittelt werden können."

Einige Deutsche freuen sich auch über die Präsenz der Schweizer. "Ich finde, dass die Schweizer uns gut tun", sagt ein Passant. Einer findet die Schweizer sogar entspannt. Und eine ältere Dame fasst zusammen: "Es gibt gute Deutsche und schlechte Schweizer, ebenso wie es gute Schweizer und schlechte Deutsche gibt. Ich sehe keinen Unterschied." (mwa)