"Der Tod von Walter ist ein grosser Verlust für unseren Verein", sagt Werner Maag, Präsident von Experimental Aviation of Switzerland (EAS). Maag trauert um seinen Vereinskollegen, der am Dienstagabend mit auf dem Birrfeld abgestürzt und ums Leben gekommen ist.

Walter K. war laut Recherchen von Tele M1 mit einem Kleinflugzeug vom Typ HB Flugtechnik HB-207 Alfa unterwegs. Kurz nach dem Start verlor der 66-jährige Pilot, der in Niederweningen wohnt, die Kontrolle über sein Flugzeug - die Maschine stürzte fast senkrecht ab, zerschellte am Boden und ging in Flammen auf.   

Opfer war einst Untersuchungsleiter

"Ich wurde von Werner Neuhaus, dem Präsidenten des Aero-Clubs Aargau, über den Tod von Walter informiert", sagt Werner Maag. Er habe den tödlich verunglückten Piloten gut gekannt, sei mit ihm in der gleichen EAS-Gruppe im Birrfeld gewesen, sagt der Vereinspräsident.

"Walter war ein erfahrener Pilot und sehr pflichtbewusst, wenn es um den Unterhalt seines Flugzeugs ging", betont Werner Maag. Auch beruflich beschäftigte sich Walter K. mit Sicherheitsfragen: Er war bis zu seiner vorzeitigen Pensionierung im Jahr 2014 Untersuchungsleiter für Unfälle mit Bahnen und Schiffen bei der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust).

«Pilot hatte praktisch keine Chance»

Genau diese Untersuchungsstelle, allerdings die Abteilung für Flugunfälle, hat am Dienstag schon ihre Abklärungen zur Absturzursache aufgenommen. Werner Maag sagt, aufgrund des Unfallhergangs sei es wohl zu einem Strömungsabriss gekommen. "Wenn das in geringer Höhe passiert, hat der Pilot keine Chance, das Flugzeug wieder in den Griff zu bekommen, dann ist ein Absturz praktisch unvermeidlich."

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Ob ein Problem mit dem Motor oder allenfalls eine starke Windböe der Grund für das Unglück gewesen sei, lasse sich heute noch nicht sagen. "Ich weiss aber, dass der Flugbetrieb auf dem Birrfeld am Nachmittag ganz normal lief, es wurden auch Schulungsflüge durchgeführt, die Wetterbedingungen waren demnach nicht schlecht", sagt Maag.

Notlandung vor drei Jahren

Walter K. erlebte mit demselben Flugzeug bereits im August 2016 eine sehr heikle Situation. Er musste kurz vor dem Flugfeld Bad Ragaz in einem Acker notlanden, weil zuvor der Antriebsriemen des Motors gerissen war. Damit hatte der Propeller seines Flugzeugs keinen Antrieb mehr, der Pilot musste die Maschine im Gleitflug zu Boden bringen. Das Flugzeug wurde bei der Landung an Fahrwerk, Propeller, Motorverkleidung und beiden Tragflächen schwer beschädigt.

Das notgelandete Flugzeug von Walter K. auf dem Acker vor Bad Ragaz.

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Der Pilot konnte das Wrack selbständig und unverletzt verlassen, wie es im damaligen Bericht der Sicherheitsuntersuchungsstelle heisst. "Das war eine brenzlige Situation, in der Walter sein fliegerisches Können und seine Fähigkeiten als Pilot unter Beweis gestellt hat", sagt sein Vereinskollege Werner Maag.

Keine Aufsicht durch den Bund

Wer wie Walter K. ein Eigenbau-Flugzeug besitzt, wartet und unterhält dieses laut Werner Maag zumeist auch selber. Eben erst wurde auf dem Birrfeld ein neuer Maintenance-Hangar eingeweiht - Walter K. war seitens EAS der Verantwortliche dafür. Die Aufsicht über den Bau und Unterhalt von Eigenbauflugzeugen nimmt nicht das Bundesamt für Zivilluftfahrt vor, sondern die EAS übertragen. In einer Vereinbarung, basierend auf der Verordnung über die Lufttüchtigkeit von Luftfahrzeugen sind die Details geregelt. Experimental Aviation of Switzerland ist ein Verein, der seine Mitglieder beim Bau ihres eigenen Flugzeuges begleitet und unterstützt. Zur EAS gehören laut Angaben auf ihrer Website rund 530 Mitglieder. Sie betreiben eine Flotte von ca 130 Flugzeugen, zudem sind gegenwärtig etwa weitere 135 Flugzeuge in verschiedenen Stadien des Bauprozesses.

«Ein guter Freund und Kollege»: Werner Maag über den verunglückten Piloten

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Tele M1, 15.5.2019